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Weitersdorf

Evang.-Luth. Filialkirche St. Aegidius

Baugeschichte:

Die Anlage des Kirchleins wird in Verbindung gebracht mit einem daneben vermuteten Burgsitz des bereits im 13. Jh. erstmals genannten Ortsadels; bereits 1430 der Ort zur Pfarrei Roßtal gehörig. – Bau des 13./14. Jh., der vermutlich erst im beginnenden 16. Jh. um den heutigen Altarraum verlängert wurde. 1767 Johann David Steingruber zur Besichtigung und (nicht ausgeführten) Instandsetzung beauftragt. Das 1819 auf Abbruch versteigerte Kirchlein 1829 durch die Gemeinde erworben und wiederhergestellt, nach 1900 das Portal mit neugotischen Formen versehen und zwei Blendfenster angelegt.

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Baubeschreibung:

Am Südrand des Ortes auf mäßigem Hang gelegener, kapellenartiger Reckteckbau. Querrechteckiger, um eine Stufe erhöhter Altarraum nur im Inneren ausgeschieden durch Rücksprung vom sehr kräftigen Langhausmauerwerk zur wesentlich schwächeren Mauer des jüngeren Anbaues. In etwa Zweidrittel der Wandhöhe Mauerrücksprung, der von einer späteren Erhöhung des Langhauses stammt. Flachdecke. An West- und Nordseite einfach gefelderte Emporen, davon die der Westseite noch auf spätgotischen Vierseitstützen mit angeblatteten Kopfbändern und Bügen (letztere in Flachschnitzerei mit Wappenschild der Weitersdorf, Kelch und stilisierter Blattfigur). Die Altarraumfenster (östlich zwei, südlich eines) sind in Zweipaßform geschlossen, außen daran herzförmiger Blattdekor. – Langhaus nach Süden mit zwei Rundbogenfenstern unterschiedlicher Größe und Entstehungszeit, sowie kleines rechteckiges Emporenfenster, das bis zur Dachtraufe reicht. Am neugotischen Nordportal noch Balkenlöcher des älteren Portals. Einheitliches Satteldach mit kleinem achtseitigem Dachreiter. – Durchwegs Sandsteinquader unterschiedlicher Größe; an der Nordseite zusammen mit Anlage der neugotischen Blendfenster auch die Quaderfugen mit Putzaufhöhung versehen (teils den eigentlichen Quaderverband verfälschend).

Von der Ausstattung dürften die Altarschranken sowie zwei Gitterstühle, sämtlich mit Vergitterung in Aussägearbeit, noch dem 18. Jh. angehören. – Altarmensa verputzt. – Polygonaler Kanzelkorb auf hohem, gemauertem Fuß mit Kraggesims ebenfalls noch 18. Jh. – Taufstein neugotisch.

Quelle: August Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth, Deutscher Kunstverlag, München 1963, S. 171.