Alfred Steinheimer/Friedrich Wagner

Buttendorf in der Geschichte

In einem Stiftungsbrief für das Kloster Heilsbronn im Jahre 1132 sind unter den Zeugen ein Gernot und ein Rudolf von Buttendorf aufgeführt und so wird der Ortsname Buttendorf erstmalig urkundlich genannt. Mit Sicherheit kann allerdings ein wesentlich weiter zurückliegendes Bestehen dieses Ortes angenommen werden.

Mit der fränkischen Besiedlung unseres Raumes um 700 wurden vielfach schon bestehende Ansiedlungen übernommen, denen dann häufig auf -bach oder -dorf endende Namen gegeben wurden; Urkunden aus dieser Zeit fehlen jedoch.

Die im Stiftungsbrief genannten Ortsadeligen gehörten zu den vom König etwa ab dem 11. Jahrhundert eingesetzten Reichsministerialen, die im Namen des Königs handelnd, die Verwaltung der erschlossenen Gebiete übernahmen.

Die Herren von Buttendorf gehörten dem Geschlecht derer von Leonrod an. Die Reichsministerialen erhielten diese Gebiete als Lehen, und aus den frühen Verzeichnissen der Zehntherren, denen die von den Bauern zu erbringenden Abgaben zukamen, lassen sich geschichtliche Entwicklungen ableiten.

So waren 2/3 des großen Zehnt in Buttendorf Reichslehen derer von Buttendorf/Leonrod, während 1/3 an das Hochstift in Bamberg ging.

Der umfangreiche Besitz der Reichsministerialen von Buttendorf ist noch nach dem Erlöschen des Geschlechts in den Verzeichnissen der Leonroder Reichslehen im 17. Jahrhundert nachzuweisen.

In der „Ritterkapelle“ im Westchor des Heilsbronner Münsters sind zwei Angehörige des Geschlechts der von Buttendorf beigesetzt. Im Jahre 1465 schenkt ein Hans von Buttendorf dem Kloster Heilsbronn 50 Gulden zur Stiftung eines „Jahrtags“. Mit ihm scheint das Geschlecht ausgestorben zu sein.

Der Adelssitz der Herren von Buttendorf besteht nicht mehr. Die letzten Reste der ehemaligen Burg wurden im Jahre 1857 abgetragen und die Steine zum Bau einer Scheune verwendet. Spuren im Gelände lassen schwach erkennen, daß es sich um eine kreisrunde Anlage mit einem Durchmesser von etwa 20 m gehandelt hat und mit einem Graben umgeben. Der „Burgstall“ scheint schon um das Jahr 1450 nicht mehr bewohnt gewesen zu sein, wie aus einer Kaufurkunde hervorgeht.

Kirchlein

Ein Zeuge aus alter Zeit ist das in der Mitte des Ortes leicht erhöht stehende Kirchlein, das die Patrozinien des Hl. Ägidius und des Hl. Jakobus (erstmals 1838 erwähnt) trägt. Über die Baugeschichte ist nichts bekannt. Das Gebäudeausführung geht noch auf das 14. Jahrhundert zurück, nur der Chor ist erst im Jahre 1510 angebaut worden. Das Kirchlein wird urkundlich erst 1414 genannt im Zusammenhang mit einem „Altarbenefizium“, der Stiftung einer „Frühmesse“, wobei die Burggrafen von Nürnberg das Patronat innehatten.

Diese „Frühmeßstiftung“ bestand noch bis zum Jahre 1535; zum Unterhalt des Kaplans, der nach der Stiftung verpflichtet war, täglich in den Morgenstunden einen Gottesdienst zu halten, gehörte ein Hof. Mit der Aufhebung der Pfründe im Jahre 1562 wurde der „Pfarrhof“ eingezogen und dem „Hutmann“ als Hirtenhaus zur Verfügung gestellt. Das Kirchlein stand, wie aus Pfarrbeschreibungen ersichtlich, schon mehrmals vor dem Verfall. So wird es in den Jahren 1538, 1693 als sehr baufällig geschildert und war 1779 offenbar nur mehr eine Ruine.

Das „Hochfürstliche Cammerkollegio“ gab für die Wiederherstellung 99 Gulden und auch der Markgraf unterstützte die Bemühungen der Buttendorfer mit einem Betrag von 571 Gulden, so daß am 1. August 1779 das Kirchlein wieder eingeweiht werden konnte. Mit einer Inschrifttafel, im Kircheninnern angebracht, wurden die finanziellen Bemühungen des Fürsten der Nachwelt kundgetan.

Weitere Renovierungen sind in den Jahren 1851,1957 und 1993 vorgenommen worden. Dem Besucher bietet sich ein schlichter Kirchenraum mit einem fast quadratischen Chor mit einem Kreuzrippengewölbe, dessen Kehlrippen in den Ostecken auf Wappenschilder, in den Westecken auf Profilsteinen enden. Der mittelalterliche Altar im Chor ist gemauert und verputzt, ein ehemals zweiter Altar an der Südseite bildet das Fundament der Kanzel.

Von der künstlerischen Ausstattung der Kirche zeugt nur noch eine stehenden Muttergottes, die um 1500/10 geschaffen wurde und wahrscheinlich Teil eines Schreinaltars war. Zur Zeit findet einmal im Monat ein Gottesdienst statt.

Der von Nürnberg St. Jakob aus nach Rothenburg ob d. Tauber führende fränkische Teil des Pilgerweges nach Santiago de Compostela in Spanien, vermerkt als Station Buttendorf mit seinem St.-Jakob/St.-Ägidius-Kirchlein.

Alfred Steinheimer/Friedrich Wagner
Dezember 1996

Quellen:

Archiv der Evang.-Luth. Pfarrei St. Laurentius, Roßtal Akte Nr. 86 u.96

Literatur:

August Gebessler: „Stadt und Landkreis Fürth“, Deutscher Kunstverlag München, 1963
Wolfgang Wiessner: „Historisches Ortsnamenbuch“, Stadt u. Landkreis Fürth. Kommission für Bayr. Landesgeschichte München, 1963
Werner Sprung: „Zehnten und Zehntrechte um Nürnberg“, Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg, 1968