Kernmühle

Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung, S. 6 f:

1 Kilometer nördlich von Stöckach liegt an der Bibert die Kernmühle. Die älteste Nachricht über diese enthält das Salbuch des Amtes Cadolzburg (1464), Seite 153. Dort heißt es: „Fricz Mulnerin besiczt die Gißübelsmul, die man yczunt haißt die Kernmul.“ Das Roßtaler Taufregister vom Jahr 1594 enthält unter Nr. 459 die Notiz: „Hans Kern müller in der Kernmülle.“ Die Kernmühle hat also sehr wahrscheinlich ihren jetzigen Namen nach dem damaligen Besitzer Kern. Schon damals hatte der Müller in der Bibert das Fischereirecht. Im genannten Salbuch findet sich hierüber folgender Eintrag: „Fricz Mulnerin hat auch ein ort wassers an der Pibert, davon sie wochenlich dynen soll nach inhalt beyder lantpucher eynes schillings haller der kurzen wert, fisch nach herngult; und gibt ye fur 1 schilling 7 pfennig werung zw diesen zeiten“.

Die Unsicherheit in der ganzen Gegend während des 30jährigen Krieges beleuchtet folgende Niederschrift im Roßtaler Sterberegister vom Jahre 1635: „Hans Kern, Müller uff der Kernmühle, wurde Montag 11. May von einem Reuter in der Mühl geschossen, hernach nach Rostall geführt, starb daselbst 12. May. Ehrlich zur Ruh bestattet, 13. May mit Concionate (Predigt).

Noch 1846 hatte die Kernmühle eine Branntweinbrennerei.