Gottlieb Schwemmer

Die Pfarrscheune

Ebensowenig wie das Pfarrhaus ist die zum Pfarrhof gehörige Pfarrscheune ihrer Bedeutung nach bisher gewürdigt worden, obgleich sie kaum eine geringere Beachtung verdient als das Wohnhaus; auch Helm erwähnt sie nicht. Soweit man aus Gestalt und Konstruktion auf die Erbauungszeit einen Schluß ziehen kann, stammt die Scheune aus dem 16. Jahrhundert. Die ursprüngliche Form ist noch leicht feststellbar. Es ist die alte, anfänglich mit Stroh eingedeckte Manteldachscheune, deren südlicher Walm etwa 3,5 m über den Boden herabreicht. Von Interesse ist die in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Nordwand, die von waagrechten, beschlagenen Bohlen gebildet ist, die in die Nuten einer auf Steinsockeln stehenden Pfostenreihe eingespannt sind. Der Walm an der Südseite ging nur bis auf die anschließenden Traufhöhen herab, die Wand war als Lehmwickelwand ausgebildet.