Thomas Liebert

Das Richteramt Roßtal – Geschichte und Funktion

„Wer in der Nähe bei Onoltzbach, eine sowohl der ganzen Kaiserlich Ottonis Magni Armee unüberwindliche Vestung und Stadt, als auch vormahlige Königs- und landesfürstliche Residenz betrachten will, der wende seine Gedanken in das Hochfürstliche Brandenburg-Onolzbachische Oberambt Cadolzburg, und zwar nach Rossstall“, so der Hofrat Dr. Pachelbl in seiner 1709 anlässlich der Vermählung des Markgrafen Friedrich Wilhelm mit der württembergischen Prinzessin Christiane Charlotte verfassten Festschrift.1 Er brachte hier die besondere Stellung Roßtals innerhalb der Markgrafschaft zum Ausdruck, die auf seiner langen und bedeutenden Vergangenheit beruhte und den regierenden Markgrafen stets bewusst war. Der heute im Landkreis Fürth gelegene Markt Roßtal gehört nun dem Bezirk Mittelfranken an, der die Gebiete der ehemaligen Markgrafschaft Ansbach umfasst. Wenn auch Roßtal heutzutage kein Gericht mehr beherbergt, so war die Funktion als Gerichtsort doch die meiste Zeit wesentlicher Bestandteil der langen Roßtaler Geschichte.

Geschichte und Grenzziehung

Die Geschichte des Gerichtsstandortes Roßtal beginnt mit der Anlage einer frühmittelalterlichen Befestigung auf dem sogenannten Oberen Markt, dem Ortskern des Marktes Roßtal. Auf diesem Bergsporn wurde in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts – noch vor 788 – ein Befestigungsring errichtet, der eine Fläche von rund 5,2 ha umschloss.2 Diese Großburg oder urbs horsadal, wie sie Widukind von Corvey in seiner Sachsenchronik erstmals für das Jahr 954 n. Chr. schriftlich bezeugte, bildete den administrativen, politischen, militärischen, wirtschaftlichen und kirchlichen Mittelpunkt des östlichen Rangaus an der Grenze zum Sualafeld im Süden und dem Nordgau im Osten. Insofern wird Roßtal schon zu dieser Zeit als Ort der Rechtsprechung gedient haben. Für die Fortsetzung der Gerichtstradition im 10. Jahrhundert sprechen nicht nur der weiterhin bestehende Mittelpunktscharakter der Burganlage, sondern auch die Verfügung Heinrichs I. in seiner berühmten Burgenbauordnung, wonach Gerichtstage und alle übrigen Versammlungen in den Burgen abgehalten werden sollten.3 Spätestens in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts verlor Roßtal einen Teil seiner Mittelpunktsfunktionen. Es trat diese an das nicht weit entfernte Nürnberg ab, das sich mit seiner Burg allmählich zum zentralen Ort entwickelte.

Der Gerichtssitz blieb dem Ort hingegen erhalten. Als die fränkischen Grafschaften seit dem Jahre 1000 aus reichskirchenpolitischen Erwägungen der Kirche verliehen wurden, war davon auch der Rangau betroffen. Er wurde in mehrere Teilgrafschaften zerlegt.4 In einer Bamberger Urkunde aus der Zeit zwischen 1048 und 1050 erscheint die ehemalige urbs horsadal als prädium rossetal, als bischöflich-bambergischer Frohnhöfebezirk.5 Die Vogteigewalt, und damit auch die richterlichen und polizeilichen Befugnisse, wurde zunächst von den Grafen von Abenberg ausgeübt. Sie übertrugen die Roßtaler Vogtei den Herren von Roßtal. Bereits 1189 übergab der letzte Abenberger Friedrich II. wichtige Besitzungen und Rechte dem Domkapitel Bamberg. Darunter befand sich auch die Roßtaler Vogtei. 1199 erlosch das Geschlecht der Abenberger im Mannesstamm. Der Hauptteil des abenbergischen Erbes fiel an die Burggrafen von Nürnberg. Von diesen wiederum erwarben die mit ihnen verschwägerten Heidecker das Schlossgut.6 Im Jahre 1281 erhielten die Burggrafen von Nürnberg, die Zollern, die alte Vogtei des prädium rossetal aus den Händen des mit ihnen verwandten Bamberger Bischofs Berthold. Wenig später, 1292, erwarb Burggraf Friedrich III. das Schlossgut und dessen Besitzungen von den Heideckern, so dass sich Roßtal nun zu 90 % in zollerischem Besitz befand.7

Das Interesse der Nürnberger Burggrafen an Roßtal zahlte sich nicht nur für den Ort als solchen aus, sondern es garantierte auch dessen weitere Entwicklung als Gerichtssitz. Denn schon 36 Jahre später erwirkten die Burggrafen bei Kaiser Ludwig dem Bayern die Erhebung Roßtals zur Stadt. Damit war natürlich ein eigenes Stadtrecht verbunden. „An dem gleichen Orte verleihen wir ihm die Gerichtsbarkeit samt den einzelnen sich daraus ergebenden Konsequenzen, nämlich ständig einen Richter zu haben und aufzustellen, der da in jeder Beziehung ermächtigt ist, in Stellvertretung und im Namen des oben erwähnten Burggrafen Friedrich, gestützt auf unsere kaiserliche Hoheit, im bezug wenigstens auf die weltliche Gerichtsbarkeit, Recht zu sprechen in einzelnen und allgemeinen Fällen und Vorkommnissen, die eine Körperverletzung, Eigentum oder damit zusammenhängende Dinge in sich schließen; (…)“; so der Text in der ersten Stadtrechtsverleihung vom 22. April 1328.8 Den neuen Status Roßtals ließen sich die Burggrafen am 5. April 1355 von Kaiser Karl IV. in einer weiteren Urkunde bestätigen. „(…), und dass sie auch in genannten Städten und Orten vollkömmliche Gewalt des Blutgerichts, mit aller Zugehörung desselben haben sollen; Sollen ihnen auch einen Richter zu erwehlen, über alle Fälle zu richten und zu urtheilen, gute Macht haben.“9

Allerdings verpfändete Burggraf Friedrich V. bereits 1379 das Roßtaler Stadtgericht an die Nürnberger Patrizier Ulrich Haller und Konrad Prünster, das erst sein Enkel, der Markgraf Albrecht Achilles, 1445 wieder einlöste.10 Den Komplex von zehn Ortschaften – Büchlein, Fernabrünst, Gutzberg, Habersdorf, Kastenreuth, Roßtal, Wendsdorf, Weinzierlein, Weißmannsdorf und Wildenbergen – wandelte Peter Haller, ein Nachfahre Ulrichs, 1420 in ein Ehaftgericht um. Ihm stand ein bürgerlicher Richter vor.11 Das Roßtaler Ehaftgericht bestand aus dem Bürgermeister und elf Ratverwandten, Schöffen. Sie hatten nur geringe Straftaten abzuurteilen. In Anwesenheit der versammelten Gerichtsuntertanen, diente das Ehaftgericht der Erledigung rechtlicher, polizeilicher und gemeindlicher Belange. Der im Sal- und Lagerbuch des Richteramtes Roßtal von 1532 enthaltenen Gerichtsordnung zufolge, wurde das Ehaftgericht dreimal im Jahr abgehalten.12 Die Gerichtsordnung entsprach hierbei offensichtlich der vorhergehenden Stadtordnung Roßtals.

Wie aus einer Beschreibung des Roßtaler Hochgerichtssprengels vom 29. Oktober 1413 hervorgeht, blieb die Hochgerichtsbarkeit in dieser Zeit weiterhin in den Händen der Burggrafen von Nürnberg, die bald darauf auch Markgrafen von Brandenburg wurden. Denn die zehn verpfändeten Orte wurden in dieser Beschreibung mit aufgeführt. Darüber hinaus verdanken wir ihr die erste detaillierte Abgrenzung des Roßtaler Hochgerichtssprengels (Abb. 1). Bemerkenswert ist sie außerdem noch in zwei weiteren Punkten. So zeigt die Auflistung der Orte, dass es sich bei den Grenzen des Hochgerichts um nasse Grenzen handelte. Flüsse markieren den Fraischbezirk. „Rostal das halssgericht geth nit vber die Bibert gen Cadoltzburg warts, auch nit vber die Rednitzt gen Nurmberg wartes und nit vber die Swabach an dem Wasser abe gen Swabach.“13 Die südliche und östliche Abgrenzung des Fraischbezirks erweist sich wiederum als deutliches Indiz für die Schaffung des Roßtaler Hochgerichtsbezirks im frühen Mittelalter, da sich hier die alte Grenzsituation der ehemaligen urbs horsadal widerspiegelt. Die Rednitz bildete damals die Grenze zum Nordgau, die Schwabach die Grenze zum Sualafeld (siehe Abb. 1).14

Das Richteramt Roßtal und dessen Grenzkorrekturen

Abb. 1: Das Richteramt Roßtal und dessen Grenzkorrekturen.

Im Zuge einer Neuorganisation der zollerischen Verwaltung wurden im Jahre 1465 sogenannte Oberämter eingerichtet. Eines dieser Oberämter hatte seinen Sitz in Cadolzburg, dem von nun an das Richteramt Roßtal angegliedert war (Abb. 2).15 Das markgräfliche Richteramt vereinte die Verwaltungs- und Gerichtsfunktionen des bürgerlichen und des Kriminalgerichts. Ein Ziel der neuen Verwaltungsstruktur bestand darin, die hoheitlichen Rechte gegenüber den fremdherrschaftlichen Bewohnern stärker zur Geltung zu bringen. Im Richteramt Roßtal waren sie sogar in der Mehrzahl. Hier hatten andere Reichs- und Kreisstände im Rahmen der Grundherrschaft Hoheitsrechte erworben. In Roßtal spiegelt sich somit die Gesamtsituation wider, wie wir sie in weiten Teilen Frankens bis zum Ende des Alten Reiches vorfinden. Diese zum Teil äußerst komplizierten staatsrechtlichen Verhältnisse hatten letztendlich zur Konsequenz, dass alle verantwortlichen Personen, so auch die Roßtaler Richter, mit Argusaugen über ihren Amtsbereich und die Wahrung der geltenden Rechtszustände wachten. Deren zuweilen unterschiedliche Auslegung führte bei der Durchsetzung der eigenen Rechtsansprüche bis zur Auflösung des Roßtaler Richteramtes am 1. Juni 1797 jedoch immer wieder zu Streitigkeiten mit der Stadt Nürnberg. Diese sah ihre eigenen Rechtsansprüche gegenüber ihren Untertanen im Roßtaler Amtsbezirk oft genug verletzt. Zahlreiche Beschwerden des Nürnberger Rates beim Oberamt Cadolzburg oder der Ansbacher Regierung sind beredtes Zeugnis dieser Auseinandersetzungen.16 Aber auch intern gab es wiederholt Differenzen mit den Oberämtern Cadolzburg und Schwabach um Kompetenzen und den Fraischbezirk. Der Streit mit dem Oberamt Schwabach basierte auf dem dortigen Anspruch, die Fraischgrenze entlang der Linie Rohr-Weiler-Regelsbach-Stein zu ziehen. Ein Anspruch, dem die Roßtaler Richter keineswegs folgen wollten. Sie sahen den Verlauf der Fraischgrenze in unmittelbarer Nähe Schwabachs. Durch verschiedene Grenzbereitungen, so in den Jahren 1654 und 1669, wurden die Grenzen immer wieder neu festgelegt (Abb. 1). Nachdem die Streitigkeiten kein Ende nehmen wollten, erging am 6. September 1740 die hochfürstliche Entscheidung zugunsten Schwabachs.17 Als Grenze wurde die Linie Rohr-Stein festgelegt. Der damalige Roßtaler Richter Rhau kommentierte diese für ihn enttäuschende Entscheidung mit den Worten: „…mich verdrüst bey obwaltenden Umbständen länger zu leben,…“ 18

Das Oberamt Cadolzburg

Abb. 2: Das Oberamt Cadolzburg, G. C. Jung 1678.
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Staatsarchives Nürnberg).

Nicht minder intensiv war das Kompetenzgerangel mit dem Oberamt Cadolzburg, dem man sich nur ungern unterordnete. Einer der Gründe war hierfür die besondere Stellung des Roßtaler Richteramtes. Denn trotz der Angliederung an das Cadolzburger Oberamt sollten der Richter und seine Räte in kriminalgerichtlichen Angelegenheiten und bei der Ausübung landeshoheitlicher Rechte direkten Kontakt mit dem Landesherrn bzw. seiner Regierung halten. Das Richteramt Roßtal hatte also einen „Immediat“-Status, den es wiederholt zu verteidigen galt. So hatte bereits 1620 der Richter Brunnemann ein Gutachten mit den alten Roßtaler Rechten erstellt. Nicht einmal 100 Jahre später, im Jahr 1717, wurden alle Amtshandlungen aufgelistet, „in denen das Richteramt Roßtal direkt mit den obersten markgräflichen Regierungsstellen in Verbindung gestanden und auch von dort unmittelbare Anweisungen erhalten hatte, ohne Mitwirkung und Einschaltung des Cadolzburger Oberamtes.“ 19 Im Mai des darauffolgenden Jahres erteilte der Markgraf dann einen Befehl, der Roßtal den „Immediat“-Status weiterhin garantierte und Cadolzburg aufforderte, von weiteren Bestrebungen diesen zu untergraben, abzulassen. Einige Jahre später ließen sich der Roßtaler Richter und der Langenzenner Vogt 1730 nochmals die markgräfliche Zusicherung geben, dass sie nicht unter den Cadolzburger Unterbeamten stünden.20 Daher empfand es noch der um 1779, also Jahrzehnte später, tätige Roßtaler Richter Wüstendörfer als Aufwertung, dass er seine Berichte selbst direkt nach Ansbach schicken durfte, ohne den Umweg über Cadolzburg nehmen zu müssen. Die Entscheidung von 1730 ließ die Cadolzburger Beamten zunächst allerdings unbeeindruckt. So fiel ihre Antwort auf den Beschluss sehr direkt aus: „Sie würden dem Hochgeehrten Herrn (Richter) gelegentlich schon erklären, wie weit sich die hiesige Oberamtliche Authoritaet gegen das incorporierte Richterambt Roßthal erstrecke.“ 21 Auch das Verhältnis zum Richteramt Habersdorf war nicht ungetrübt. Dieses kleine Richteramt ist aus der ehemaligen Mark des Herriedener Abtes Deocar von 810 heraus entstanden. Über mehrere Besitzwechsel, die hier nicht im Einzelnen erläutert werden sollen, gelangte es schließlich in den Besitz der Burggrafen. Nach der Aufteilung des bis dahin von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth gemeinsam verwalteten, zuletzt Heilsbronner Besitzes wurde das Gebiet zwischen dem „Bürgler Bach“, der Moosmühle bei Dietenhofen über Kleinhaslach, Ketteldorf bis Heilsbronn im Jahre 1719 dem Richteramt Roßtal zugesprochen.22 Dennoch mussten die Ansprüche der Habersdorfer Richter mehrmals vom Cadolzburger Oberamt abgewehrt werden. Es stellte mehrmals klar, dass dem Habersdorfer Richter lediglich die niedere Vogtei zustand. Derartiges Gerangel war kennzeichnend für die allgemeinen Zustände bis zur Auflösung des Richteramtes Roßtal im Jahre 1797. Nach dem Übergang der Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth zu Beginn des Jahres 1792 an Preußen erfolgte eine grundlegende Neuorganisation auf allen Ebenen der Verwaltung und Justiz.23 Ihr fiel auch das Richteramt Roßtal zum Opfer, womit der Ort seine rund tausend Jahre alte Funktion als Hochgerichtsstätte verlor.

Ämterverfassung

Die bereits erwähnten markgräflichen Oberämter waren letztendlich Teil einer Ämterverfassung, die sich seit dem 16. Jahrhundert herausbildete. Innerhalb dieser Verwaltungsstruktur sind die zuletzt 15 Oberämter als Mittelinstanz anzusehen. Sie sind die organisatorische Zusammenfassung aller möglichen bei- und durcheinander liegenden Kasten-, Vogt- und Richterämter und hatten somit die Aufsicht über Verwaltung, Wirtschaft und die Rechtsprechung.24 Aber erst in den Jahren zwischen 1633 und 1720 erhielten die Oberämter ihre endgültige Gestalt. In einer Karte grenzte O. Herding die ansbachischen Oberämter und Hochgerichte im 18. Jahrhundert gegeneinander ab (Abb. 3). Bedingt durch zahlreiche Überschneidungen territorialer und sonstiger rechtlicher Ansprüche vor allem mit den Herrschaften benachbarter Territorien ergeben sich hierbei teils enorme Schwierigkeiten der Grenzziehung.25 O. Herding löste sie dahingehend, dass er die Fraischgrenzen zugrunde legte.26 Seine Vorgehensweise steht daher in Einklang mit der markgräflichen „Doktrin“, wonach die Außengrenzen der Markgrafschaft durch die jeweiligen Fraischgrenzen markiert werden sollten. Das gleiche Handlungsmuster wurde auch bei der innerterritorialen Abgrenzung angewandt: „wo eine unklare Oberamtsgrenze neu geregelt wird, gilt im Sinne der Ansbacher Verwaltung stets: OA-Grenze = Freisch- oder Hochgerichtsgrenze.“27

Die Oberämter der Markgrafschaft Ansbach

Abb. 3: Die Oberämter der Markgrafschaft Ansbach (Schuhmann 1980, 347).

Den Oberämtern unterstanden rund 60 Ämter. Es handelt sich hierbei um die Vogt-, Richter- und Stadtvogteiämter, Kasten- und Verwalterämter, worunter sich auch die Verwaltungen der ehemaligen Klöster und Stifte befanden.28 Hierbei darf jedoch nicht übersehen werden, dass der jeweilige Aufgabenbereich der Kastenämter, bedingt durch ihre grundherrliche Natur, auch jenseits der Fraischgrenze liegen konnte. In der Absicht, die Geschlossenheit der Amtsbereiche der Oberämter nach Möglichkeit zu fördern, war die Ansbacher Verwaltung um Ausgleich bemüht.29

Aufgaben des Roßtaler Richteramtes

Eines dieser rund 60 Ämter war das Richteramt Roßtal. Es beanspruchte über seine Amtseinwohner wie auch über die fremdherrischen Grundholden die allgemeine Landesherrschaft und natürlich die Hochgerichtsbarkeit. Sie kam bei Notzucht, Diebstahl, Brandstiftung und Mord, bei allen mit Leib- und Lebensstrafen bedrohten Freveln sowie bei allen Verstößen gegen die Sittlichkeit wie Selbstentleibungen, Fornikations- und Fensterungsfällen zum Tragen.30 Über die brandenburg-ansbachischen Untertanen, auch die anderer Ämter, erhob das Roßtaler Richteramt die höhere Vogtei, über die Untertanen des eigenen Richteramtes zudem noch die Lehensvogtei.

Über fremdherrische Untertanen im eigenen Amtsbereich beanspruchte das Richteramt außer der Fraisch auch den Rest der Strafgerichtsbarkeit, also die höhere Vogtei.31 Auf die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Rechtsansprüche, die zunächst als Maximalanspruch zu werten sind, wurde bereits an anderer Stelle hingewiesen. Der Anspruch auf die höhere Vogtei richtete sich vor allem gegen die Nürnberger Eigenherren. Ihre Zuständigkeit in Erbschaftsangelegenheiten, in anderen Zivilrechtsstreitigkeiten, in Vergleichs- und Konkursfällen sowie deren lehenvogteiliche Ansprüche konnte man ihnen markgräflicherseits kaum streitig machen. Jedoch sprach man ihnen die Vogtei innerhalb des umzäunten Hofbereiches mit der Begründung ab, dass sie als Privatleute nicht staatliche Hoheitsrechte ausüben könnten.32

Gleichzeitig übte der Roßtaler Richter noch das Amt des Lehenskommissars aus. Eine Aufgabe, die ihn mindestens so stark in Anspruch nahm, wie das eigentliche Richteramt.33 Das Amt des Lehenskommissars war die Reaktion auf die besitzrechtlichen Zustände östlich der Rednitz/Regnitz im Umland von Nürnberg. Hier gab es Probleme besonderer Art, die der Roßtaler Richter unter Kontrolle zu halten hatte. Der dortige Streubesitz der Markgrafen musste überwacht werden. Die zu verwaltenden Reichslehensbestände ehemaliger Reichsministerialengeschlechter wie der Altenberger stellten dabei eine besondere Herausforderung dar.34 Altenberg mit seiner Burg war Teil eines „Ringes“ von Ministerialensitzen, der auf Initiative Konrads III. im Umland der Reichsburg Nürnberg entstand.35 Bedingt durch die jahrhundertelange Verleihung und Verwaltung dieser Reichslehensbestände ergaben sich Probleme bei der Durchsetzung der markgräflichen Rechtsansprüche.

So lagen die Markgrafen in dieser Angelegenheit im Dauerzwist mit dem Nürnberger Rat, der vor den Toren seiner Stadt deren eigene Interessen durchzusetzen suchte. Aber auch gegen die latent drohende Entfremdung der Güter musste stets vorgegangen werden.

Hintergrund der fortwährenden Streitigkeiten mit Nürnberg um das Territorium östlich der Rednitz/Regnitz war das Bestreben, ja geradezu die Doktrin der Markgrafen, ein geschlossenes Territorium zu schaffen. Dies versuchten sie auch bis zum Ende der Markgrafschaft im Gebiet um Nürnberg. Ihren Rechtsanspruch begründeten sie stets damit, „dass ihre Fürstentümer aus dem Burggraftum Nürnberg hervorgegangen seien und dass dieses von jeher ein geschlossenes Gebiet gewesen sei, in dem ihnen die alleinige Ausübung aller fürstlichen und Hoheitsrechte zustehe, auf welche der Burggraf Friedrich bei dem Verkauf seiner Burg und der dazugehörigen Dörfer im Jahre 1427 ausdrücklich nicht Verzicht geleistet habe.“36 Hinzu kommt, dass die Markgrafen ihren Herrschaftsanspruch über Land und Untertanen aus dem Recht über die Blutgerichtsbarkeit herleiteten. Bereits im Jahre 1526 zogen daher die beiden Markgrafen Georg und Kasimir gegen Nürnberg vor das Reichskammergericht. Es kam zum sogenannten großen Nürnberger Fraischprozess, der zunächst einmal 1583 mit folgendem Urteil endete: „(…), dass der beklagte Teil (Nürnberg) den Kläger (die Markgrafen) in seiner Possession vel quasi der hohen Fraislichen Obrigkeit in denen Empter Thann, Schwabach und Kadoltzburg in der Summari Klag angezogenen orten und gezirken nicht zu turbieren oder zu verhindern habe.“37 Allerdings wurden der Markgrafschaft die Kriminalgerichtsbarkeit, wie auch die von den Markgrafen damit in Verbindung gebrachten landesherrlichen Gerechtsame über die gesamten Orte oder Markungen nicht zuerkannt.38 Dennoch erhoben sie darauf ihren Anspruch. 1587 wurde dieses Urteil in der Revisionsinstanz bestätigt. Der Streit war damit keineswegs beendet, denn bereits 1591 strengte Nürnberg einen erneuten Prozess beim Reichskammergericht an, der aber nie entschieden wurde. Nürnberg forderte nämlich weiterhin die Hohe Gerichtsbarkeit an den strittigen Orten sowie das gesamte Territorium zwischen den drei Grenzflüssen (Regnitz, Schwarzach und Schwabach) für sich ein.39 Hintergrund der Nürnberger Position ist der Umstand, dass man das Recht auf Landeshoheit aus der Vogtei herleitete. Die Ansbacher Markgrafen schoben nun die Fraischgrenzen, auch die des Richteramtes Roßtal, bis an die Stadttore Nürnbergs heran.40 Der nicht enden wollende Streit beider Parteien verhinderte aber letztendlich die Schaffung eines geschlossenen Territoriums östlich der Rednitz/Regnitz und „es blieb alles in heillosem Rechtswirrwarr stecken“ 41.

Nicht minder problematisch scheint die Situation weiter südöstlich gewesen zu sein. Hier überlagerten sich die Ansprüche der Markgrafschaft Ansbach und Pfalz-Neuburgs auf altbergische Reichslehen, die sich im Pfalz-Neuburgischen Territorium befanden. In diese Streitigkeiten war auch das Lehenskommissariat Roßtal involviert, wie aus dem Schriftverkehr von 1768 bis 1778 hervorgeht.42

Angesichts der markgräflichen Ansprüche erklärt sich, warum die Roßtaler Richter bei Verstößen gegen die bestehenden lehensrechtlichen Bindungen und Pflichten absolut unnachsichtig vorgingen. Wie unnachsichtig, zeigt ein Fall aus dem Jahre 1771, als sich ein Gärtner aus Kleinreuth unbefugt einen Acker aneignete. Dieser altbergische Lehensacker unterstand jedoch dem Lehenskommissariat Roßtal. Nachdem der Roßtaler Richter davon unterrichtet wurde, ließ er den Mann fangen und für 14 Tage ins Schwabacher Zuchthaus sperren. Als aber auch noch bekannt wurde, dass ein Nürnberger Notar namens Macco in die Angelegenheit involviert war, zitierte man diesen nach Roßtal. Nach einem strengen Verhör setzte man ihn in einem am Marktplatz gelegenen Gasthaus unter Arrest. Erst nach 14 Tagen entließ man ihn auf Befehl des Justizhofes.43

Rechtsprechung

Allegorie der Brandenburgischen Halsgerichtsordnung von 1516

Abb. 4: Allegorie der Brandenburgischen Halsgerichtsordnung
von 1516 (Schuhmann 1980, 352).

Die Rechtsprechung des Roßtaler Hochgerichts fand auf Grundlage der 1516 erlassenen Brandenburgischen Halsgerichtsordnung statt. Diese wiederum stellt eine fast unveränderte Fassung der Bamberger Halsgerichtsordnung von 1507 dar, die Johann von Schwarzenberg unter Heranziehung römisch-rechtlicher und italienischer Strafrechtsliteratur schuf. Er nahm später auch entscheidenden Einfluss auf die Erstellung des bedeutendsten Strafgesetzbuches des Alten Reiches, die Constitutio Criminalis Carolina. Sie wurde 1532 unter Karl V. erlassen.44 1582 erschien unter Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach eine erneuerte Fassung der Peinlichen Halsgerichtsordnung (Abb. 4). Eine letztmalige Abänderung erfuhr die Halsgerichtsordnung 1753. In der Brandenburgischen Halsgerichtsordnung sind nicht nur die Delikte und Vorgaben zur peinlichen Befragung (Folter) enthalten, sondern sie legt über die Art der Bestrafung hinaus auch den genauen Ablauf der Gerichtssitzung und Aburteilung fest. Zeitgenössische Berichte, unter anderem aus Roßtal, spiegeln die Umsetzung der Halsgerichtsordnung in der „täglichen“ Praxis sehr gut wider.

Nicht selten waren aber auch Prangerstrafen. Vom Roßtaler Pranger ist zwar nichts mehr erhalten, dank einer zeitgenössischen Quelle wissen wir jedoch über dessen Standort und den Zeitpunkt seiner Entfernung Bescheid. Denn am 23. Mai 1755 bedankt sich der damalige Besitzer des am Marktplatz gelegenen Roßtaler Schlosses Heistermann in einem Brief an den Beauftragten des Ansbacher Hofes für die Entfernung des Prangers am selben Tag. Der Pranger schien Heistermanns Ausblick aus dem Schloss erheblich gestört zu haben, so dass er sich zu diesem Schreiben veranlasst sah.45

Die Roßtaler Frohnfeste

Abb. 5: Die Roßtaler Frohnfeste (Kreutzer/Schwemmer 1955).

Sollte hingegen eine beschuldigte oder verdächtigte Person bis zur weiteren Klärung des Falles inhaftiert werden, so brachte man sie in die Frohnfeste, die erst nach 1955 abgerissen wurde. Sie lag unweit des Marktplatzes am Rande des Friedhofes (siehe Abb. 5). In ihr befanden sich vier Lochgefängnisse, in denen die Arrestanten verwahrt wurden. Direkt daneben steht noch heute das Richterhaus aus dem 18. Jahrhundert (Abb. 6). An den ehemaligen Richtersitz erinnert darüber hinaus die im Altort gelegene Richtersgasse.

Konnte man eine beschuldigte Person anhand von Beweisen oder eines – oft unter Anwendung der Tortur – abgegebenen Geständnisses der Tat überführen, so wurde ein öffentlicher Prozess anberaumt. Dieser lief bis auf den Wortlaut genau nach den in der Peinlichen Halsgerichtsordnung festgesetzten Regeln ab.46 Das eigentliche Urteil stand hierbei schon vor dem Prozess fest. Es wurde dem zuständigen Richteramt drei Tage vor dem Prozess vom Ansbacher Hof per Boten zugeschickt.47 In Ansbach fällte man das Urteil jedoch anhand der Unterlagen, die man vom betreffenden Richteramt erhielt. Insofern hatte der Prozess die Aufgabe das von der Herrschaft festgesetzte Recht öffentlich und damit allgemeinverständlich zu inszenieren und gleichzeitig den Herrschaftsanspruch der Markgrafen für alle Anwesenden zu demonstrieren. Darüber hinaus dienten der Prozess wie auch die anschließende Bestrafung, der die Bewohner des Richteramtes beizuwohnen hatten, der allgemeinen Abschreckung.

Das Haus des Roßtaler Richters

Abb. 6: Das Haus des Roßtaler Richters aus dem frühen 18. Jahrhundert (Foto: Th. Liebert, 2006).

Die Ausgaben für Hinrichtungen in Roßtal finden sich in den Akten des Cadolzburger Rentamtes. Bedauerlicherweise wird in den Kostenaufstellungen für Fraischfälle stets auf weitere Angaben verzichtet. Es werden weder die Namen der Delinquenten noch deren Delikte genannt. Ebenso fehlen Informationen auf welche Art und Weise im Einzelfall hingerichtet wurde. Somit stehen die Angaben für Fraischfälle im Gegensatz zu den angeführten Ausgaben für sonstige Malefizfälle. Dort werden die Namen der Personen und deren Art der Bestrafung in der Regel genannt.

Die Richtstätte

War ein Delinquent bzw. eine Delinquentin vom Gericht zum Tode verurteilt worden, so hatte er zusammen mit den Gerichtspersonen, dem Pfarrer und den Richteramtsuntertanen den Weg vom Oberen Markt zur Galgenhöhe anzutreten. Im letzten Teilstück führte er durch den ehemals außerhalb des Ortes gelegenen Galgengraben und von dort hinauf zur Galgenhöhe, auf der sich die Richtstätte befand (siehe Abb. 7). In Luftlinie gemessen liegt die Richtstätte ca. 1000 m südöstlich des Ortskernes. Die tatsächliche Wegstrecke bis dorthin betrug jedoch rund 1,5 km. Dort befand sich der Rabenstein, inmitten des heutigen Flurstückes 715/2, auf rund 393 m ü NN, womit er etwa 20 m höher lag als der Ortskern. Die Richtstätte war also weithin sichtbar.

Kataster aus dem Jahre 1834

Abb. 7: Kataster aus dem Jahre 1834, ergänzt um die bei Kreiselmeyer angegebenen Flurbezeichnungen
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Landesvermessungsamtes).

Über das Aussehen des Rabensteins ist dagegen nur wenig bekannt. Rohn schreibt 1928 in seinem Buch über Roßtal immerhin: „Die Stelle auf dem Galgenbuck, wo das Hochgericht stand, war noch vor wenigen Jahrzehnten sichtbar.“48 Diese Aussage wird indirekt durch ein Flurnamenverzeichnis gestützt, das der Roßtaler Oberlehrer Albert Kreiselmeyer 1924 erstellte. Laut dieser Aufstellung wurden die Flurstücke 715 und 716 von den Roßtalern noch in dieser Zeit als ‘beim Galgen’ bezeichnet (siehe Abb. 7).49 Unter Bemerkungen findet sich bei ihm zu diesem Flurstück der Hinweis, dass „aus den Steinen der Ummauerung des Richtplatzes“ das Wohnhaus Nr. 140 erbaut wurde.50 Wann genau die Richtstätte abgebaut wurde, gibt Kreiselmeyer jedoch nicht an. Für das inzwischen bebaute Gelände nördlich und nordwestlich des Flurstückes 715/2 war zu Kreiselmeyers Zeiten noch der Begriff ‘in der Galgenleithe’ gebräuchlich.51 Wie der Katasterplan von 1834 zeigt, bestand die heutige Flureinteilung schon zu jener Zeit. Aus der Aufteilung des Flurstückes 715 in drei Teile wird zudem deutlich, dass es sich hierbei vormals um ein wesentlich größeres Flurstück handelte. Bemerkenswerterweise wurde im Katasterplan auch die ehemalige Richtstätte verzeichnet. Sie erscheint hier als kreisrunde Anlage mit einem kleineren, im Norden vorgelagerten rechteckigen Block (siehe Abb. 7).52 In der sogenannten Vetterschen Landschaftsbeschreibung von 1710 wird die Richtstätte dagegen als dreischläfriger Galgen abgebildet.53 Diese Darstellungen könnten jedoch eher symbolhaften Charakter haben. Für eine Rekonstruktion der Richtstätte scheinen sie für sich allein genommen daher nur bedingt geeignet zu sein.

Um eine genauere Vorstellung von der ehemaligen Roßtaler Hochgerichtsstätte zu bekommen, sollten wir uns zunächst die Peinliche Halsgerichtsordnung ansehen. Laut dieser Verordnung konnten als Todesstrafen Erhängen, Ertränken, Enthaupten, Rädern, Verbrennen sowie lebendig Begraben praktiziert werden. Diese Hinrichtungsarten setzten das Vorhandensein einer soliden Richtstätte mit einem wie auch immer gearteten Galgen voraus. Aus den Bauunterlagen des Rentamts Cadolzburg wissen wir über die 1739 in Cadolzburg neuerbaute Richtstätte sehr gut Bescheid. Sie wurde auf Betreiben des ehemaligen Roßtaler Amtsrichters Johann Gottfried Rötter, der kurz zuvor nach Cadolzburg versetzt worden war, errichtet. Es handelte sich um einen ringförmigen, sieben Schuh hohen Unterbau bestehend aus 275 Quadern.54 In ihn führte eine starke Tür hinein. Auf dem Unterbau standen drei 20 Schuh hohe Pfeiler, die einen dreischläfrigen Galgen bildeten.55 Insofern könnte die Darstellung bei Vetter doch zutreffend sein. Aber auch die Abbildung im Katasterplan von 1834 dürfte dem tatsächlichen Aussehen der Richtstätte sehr nahe kommen.

Eine im Herbst 1988 durchgeführte Notgrabung an der Roßtaler Richtstätte lieferte weitere Erkenntnisse.56 Nach Angaben des Grabungsleiters gelang es, einen ringförmigen Fundamentgürtel von 7,4 m Durchmesser und ca. 1 m Breite freizulegen. Im nördlichen Teil des Ringfundamentes befanden sich offensichtlich Reste des Treppenfundamentes, von dem aus man auf die Plattform der Richtstätte gelangen konnte.57 Dem archäologischen Befund nach, handelt es sich im vorliegenden Fall um einen sogenannten ‘Brunnengalgen’.58 Wenn auch der Befund keine Belege zum Aussehen und der Beschaffenheit der Plattform bot, so darf anhand der bisherigen Ausführungen und dem weiter unten angeführten Beispiel aus Leutershausen davon ausgegangen werden, dass sich ein Galgen über der Plattform befand.

Grabungsaufnahme der enthaupteten Delinquentin

Abb. 8: Grabungsaufnahme der enthaupteten Delinquentin von 1988 (Foto: H. Kühler, 1988).

Inmitten der Richtstätte stießen die Ausgräber auf ein Skelett, das dort in rund 0,6 m Tiefe West-Ost orientiert in gestreckter Rückenlage mit dem Kopf zwischen den Füßen lag (Abb. 8). Nach den jüngsten anthropologischen Untersuchungen von Th. Becker handelt es sich bei dieser Person um eine 35 bis 45 Jahre alte Frau. Sie wurde enthauptet, wobei man ihr den Kopf später zwischen die Füße legte. Ob das Fehlen der rechten Hand ebenfalls auf eine Strafmaßnahme zurückzuführen ist, oder zum Beispiel durch spätere Pflugeinwirkung verloren ging, lässt sich nicht entscheiden.59 Nachdem sich durch die Grabung keine Datierungsansätze ergeben hatten, wurde 2004 am Knochenmaterial der Delinquentin eine 14C-Bestimmung vorgenommen. Laut der Analyse muss von einer Hinrichtung der Frau im Zeitraum zwischen 1668 AD – 1781 AD ausgegangen werden.60

Delikte und Delinquenten

Fehlende Angaben zur Identität und zum Delikt der jeweiligen Fraischfälle in den markgräflichen Archivalien erschweren die Klärung der Identität unserer 1988 an der ehemaligen Roßtaler Richtstätte geborgenen Delinquentin. Dass es sich bei ihr um eine Kindsmörderin handeln könnte, die 1710 der Tortur unterzogen wurde, kann ausgeschlossen werden.61 Zwar wurde laut Befehl vom 26. November 1709 eine inhaftierte Pfälzerin, die des Kindesmordes verdächtigt wurde „ad Torturam gebracht, und durch 3. gradus examiniert“.62 Offensichtlich hat sie die Tortur jedoch überstanden ohne ein Schuldbekenntnis abzulegen. Darüber hinaus hat es wohl an entsprechenden Beweisen bzw. Zeugen für die ihr zur Last gelegte Tat gefehlt. Der gleichen Quelle können wir nämlich an anderer Stelle entnehmen, dass die Pfälzerin auf Befehl vom 20. Dezember 1709 „nach abgeschwornen Urphedt, des Hochfürstl. Landes verwießen werden soll, so auch exequirt worden“.63 Eine Hinrichtung dieser Frau fand demzufolge nicht statt!

Über die verschiedenen Grade der Tortur (Folter), die zur peinlichen Befragung der Beschuldigten angewandt werden konnten, erfahren wir von Ansbacher Räten. Sie lassen sich im Jahre 1721 auf Anfrage aus Würzburg darüber wie folgt aus: „Lassen wir ohnverhalten, wie wir vor einiger zeit die gradus torturae dergestalt schärfen bemüßiget worden, dass man mehrernteils erstlich den daumenstock, dann zwei spanische stiefel (einen nach dem andern) und dann drittens den aufzug oder schnieren und zwar nach beschaffenheit des inquisiten auch mit ruthenpeitschen, (…), applicieren lassen; (…)“.64

Andererseits ist es dennoch nicht auszuschließen, dass unsere Delinquentin des Kindesmordes beschuldigt und verurteilt wurde. Zunächst scheint die Art ihrer Hinrichtung – Enthauptung und möglicherweise Abschlagen der rechten Hand – dieser Vermutung jedoch zu widersprechen. Schließlich wurde in der Peinlichen Halsgerichtsordnung von 1582 für Kindsmörderinnen folgende Strafe festgelegt: „Item/Welches Weib ir Kind/das leben und gliedmaß empfangen hett/heimlicher/boßhafftiger/williger weiß ertödtet/die werden gewöhnlich lebendig vergraben und gepfählet. Aber darinnen verzweiffelung zuuerhüten/mögen dieselben Ubelthäterin/in welchem Gericht die bequemligkeit des Wassers darzu vorhanden ist/ertrenckt werden. Wo aber sollich Ubel offt geschehe/wöllen wir die gemelten gewohnheit des vergrabens und pfählens/umb mehrer forcht willen/solcher boßhafftigen Weiber/auch zulassen/Oder aber/daß vor dem ertrencken/die Ubelthäterin mit glüenden zangen gerissen werde/Alles nach Rath der Rechtverstendigen.“65 Ein Bericht aus Leutershausen von 1747 zeigt hingegen, dass die Praxis bei Hinrichtungen von Kindsmörderinnen inzwischen anders aussah. Die Delinquentin wurde enthauptet. Anschließend heftete der Scharfrichter die abgehauene Hand und den Kopf an den Galgen, während man den Körper unter dem Galgen eingrub.66 In Langenzenn wurde eine Kindsmörderin bereits im Jahre 1610 mit dem Schwert gerichtet, eine weitere ebenso 1736.67 Auch aus dem Oberamt Schwabach sind durch J. H. von Falckenstein Enthauptungen von Kindsmörderinnen im 18. Jahrhundert belegt.68

Innerhalb des Datierungsrahmens für unsere Delinquentin verzeichnet das Rentamt Cadolzburg mehrfach Ausgaben wegen diverser Fraischfälle. So zum Beispiel für das Jahr 1679 oder auch 1765. Im letztgenannten Jahr wurde auf Spezialbefehl des Markgrafen am Vormittag des 31. August im Roßtaler Amtslazarett eine Fraisch vorgenommen.69 Den Kostenaufstellungen des Cadolzburger Rentamtes zufolge fand die letzte Fraisch in Roßtal im Jahr 1780/81 statt. Für die bei einer „Generalfraisch“ angefallenen Unkosten wurden hier 24 fl. 55 kr. in Rechnung gestellt.70

Wollen wir mehr über die Roßtaler Hinrichtungen, deren Delinquenten und Delikte wissen, dann sind wir auf anderweitige Berichte angewiesen. Aus Langenzenner Archivalien erfahren wir, dass im Jahre 1596 der Nürnberger Michael Judens wegen Verrats zu Roßtal mit dem Schwert enthauptet wurde.71 Den Leichnam hat man anschließend gevierteilt und an den vier Landstraßen aufgesteckt. Über eine 1714 in Roßtal vollzogene Doppelexekution, deren Unkosten in den Unterlagen des Cadolzburger Rentamtes aufgelistet sind, erfahren wir näheres nur aus Nürnberger Quelle.72 Dem Bericht eines Nürnberger Beobachters können wir hierzu entnehmen, dass in diesem Jahr zwei Männer namens Friedrich Kugel und Friedrich Gernbacher wegen Ehebruchs und Blutschande bzw. mehrfachen Einbruchs am selben Tag vor Gericht gestellt und anschließend enthauptet wurden.73 Den Abrechnungen von 1765 und 1780/81 zufolge, wurden die letzten Fraischfälle nicht 1714 – wie von Kreutzer angenommen – sondern eben erst 1780/81 abgeurteilt.74

Im Januar 1792 übernahm Preußen durch Freiherr von Hardenberg die Herrschaft in der Markgrafschaft. Neben der Neuorganisation der Verwaltung schuf Hardenberg das, was den Markgrafen nie gelungen ist. Durch den Bruch bestehender Verträge und Anwendung militärischer Gewalt erzwang er 1796 rücksichtslos die Bildung eines geschlossenen Territoriums. Das fränkische Territorium der Hohenzollern vergrößerte sich damit um fast ein Drittel, die Zahl der Untertanen wuchs um rund 113 000 Personen an.75 Zur juristischen Absicherung der Ansprüche auf die neuen Gebiete griff er bemerkenswerterweise auf die alte „Doktrin“ der Markgrafen zurück. Er erklärte die Fraischgrenzen kurzerhand zu Landesgrenzen und verwirklichte diese Ansprüche unter Bruch des Reichsrechtes.

Anmerkungen

1 Düthorn/Kreutzer 1979, 134. – Die Stadt Ansbach wurde in dieser Zeit noch Onolzbach genannt. Anm. d. Verf.
2 Liebert 2004, 2. Zur Auswertung der archäologischen Ausgrabungen bis 1994 vgl. auch Ettel 2001.
3 Heine 1990, I, 35.
4 Störmer 1997, 270.
5 Düthorn/Kreutzer 1979, 78 ff.
6 Deeg 1971, 11 f.
7 Düthorn/Kreutzer 94 f. – Gerlich/Machilek 1997, 584.
8 Rohn 1928, 17 f.
9 Ebd., 18.
10 Düthorn/Kreutzer 1979, 96.
11 Düthorn/Kreutzer 1979, 101. – Rohn 1928, 19 f.
12 Rohn 1928, 23.
13 Eigler 1990, 32 f.
14 Zur Langlebigkeit bestehender Gerichtsgrenzen vgl. Guttenberg 1943, 9. – Auch Eigler verweist darauf, dass die Schwabach die südliche Grenze des Roßtaler Hochgerichtsbezirkes war, während der Ort Schwabach noch 1499 dem Sualafeld zugerechnet werden muss. Eigler 1990, 33.
15 StAN, Rep 120/II Ansbacher Ämterbeschreibungen Nr. 69a, Oberamt Cadolzburg, S. 178.
16 Düthorn/Kreutzer 1979, 101.
17 Kress 1979, 235.
18 Ebd., 235.
19 Düthorn/Kreutzer 1979, 136.
20 Kress 1979, 234–238.
21 Ebd., 237.
22 Ebd., 234.
23 Vgl. Düthorn/Kreutzer 1979, 159 f. – Endres 1997, 772-782.
24 Herding 1939, 105. – vgl. dazu auch Schuhmann 1980, 345.
25 Hier offenbart sich ein Grundproblem für unseren Raum, da infolge der langwierigen Ausbildung von Herrschaften und Territorien nirgendwo in Franken geschlossene Staatlichkeit entstand. Vgl. hierzu Hofmann 1971, 305.
26 Herding 1939, 102–114. Herding stellt hier seine Methodik ausführlich dar.
27 Ebd., 105.
28 Schuhmann 1980, 345.
29 Herding 1939, 105.
30 Zu den Fornikationsfällen zählen Unzucht, Ehebruch und Leichtfertigkeit; Anm. d. Verf.
31 Kress 1979, 233. – Fraisch: Hoch- bzw. Blutgerichtsbarkeit, vom althochdeutschen Wort freisa; Verderben, Schrecken; vgl. Schützeichel 2006, 118. Fraischurteile sind im heutigen Wortsinn also Schreckensurteile; Anm. d. Verf.
32 Kress 1979, 237.
33 Auf die zusätzliche Funktion des Roßtaler Richters als Lehenskommissar hat bereits Kreutzer verwiesen. In: Kreutzer/Schwemmer 1955, 55.
34 Das Geschlecht der Altenberger hatte seinen Sitz ursprünglich westlich der Rednitz im gleichnamigen Altenberg sowie eine Eigenburg, die Alte Veste, bei Zirndorf. Weiteres zu den Altenbergern siehe bei Mahr 1974, 33–46.
35 Bosl 1971, 18.
36 Reicke 1896, 843. Mit der Erhebung in den Reichsfürstenstand am 17. März 1363 erhielten die Zollern das Recht der ausschließlichen Gerichtsbarkeit im Herrschaftsbereich. Vgl. dazu Gerlich/Machilek 1997, 588 ff.
37 Reicke 1896, 931.
38 Hofmann 1971, 307.
39 Reicke 1896, 932.
40 Hofmann 1971, 307.
41 Herding 1939, 108.
42 StAN, Rep. 225/11 Rentamt Greding Nr. 96.
43 Vgl. Kreutzer/Schwemmer 1955, 55 ff.
44 Heydenreuter 2003, 57 ff.
45 Rohn 1928, 21.
46 Vgl. Peinliche Halsgerichtsordnung des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach, 1582, Art. XCIIII–CXXII.
47 Vocke 1864, 106.
48 Rohn 1928, 21.
49 Unveröffentl. Flurnamenverzeichnis v. Kreiselmeyer 1924, Nr. 50. – Heute wird dieses Areal von den Roßtalern nur noch allgemein als Galgenhöhe oder Galgenbuck bezeichnet, Anm. d. Verf.
50 Nach aktueller Benennung handelt es sich um das heute noch stehende Wohnhaus Fürther Straße 24, Anm. d. Verf.
51 Kreiselmeyer 1924, Nr. 54.
52 Darauf verwies bereits R. Leyh – siehe Leyh 1991, 135.
53 StAN, Fst. Brandenburg-Ansbach, Ämterbeschreibung Nr. 13, 196–197.
54 1 Schuh = 0,304 m, vgl. Kroner 1993, 269.
55 StAN, Rep. 225/4 II Rentamt Cadolzburg, Bausachen Nr. 195. – Burger 2005, 166.
56 Zur Problematik dieser Notgrabung siehe Auler u. a. 2007, im Druck.
57 Ebd. … – Leyh 1988, 10.
58 Vgl. hierzu die Ausführungen von J. Auler in Auler u.a. 2007, im Druck.
59 Näheres siehe im Bericht von Th. Becker in Auler u.a. 2007, im Druck.
60 Auler u. a. 2007, im Druck. Die Analyse wurde durch das Physikalische Institut der Universität zu Erlangen-Nürnberg (Schreiben von Herrn Dipl.-Phys. Andreas Scharf vom 28. Juli 2004) durchgeführt. Für die Übernahme der Kosten sei der Raiffeisenbank Großhabersdorf-Roßtal herzlich gedankt.
61 Siehe hierzu Leyh 1988, 8. Er hat nicht nur das falsche Jahr angeführt, sondern auch den Inhalt der Quelle sinnentstellend wiedergegeben.
62 StAN, Rep. 236/4 Landgericht ä. O. Nr. 67. – examinieren: verhören; Anm. d. Verf.
63 StAN, Rep. 236/4 Landgericht ä. O. Nr. 67. – Urphedt ist der Schwur des bzw. der Beschuldigten, sich nicht für erlittene Schäden, die durch die Tortur oder Haft entstanden sind zu rächen sowie im vorliegenden Fall, das Land zu verlassen und nicht mehr zu betreten. Anm. d. Verf.
64 Burger 2005, 164.
65 Peinliche Halsgerichtsordnung des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach, 1582, Art. CLVIII.
66 Schuhmann 1980, 350.
67 Kroner 1988, 43.
68 Falckenstein 1756, 308–311.
69 StAN, Rep. 225/4 II Rentamt Cadolzburg: für 1679: 1007 (54, S. 264 Nr. 329; – für 1765: 1007 (142, S. 706 Nr. 391.
70 StAN, Rep. 225/4 II Rentamt Cadolzburg 1007 (156, S. 970 Nr. 596.
71 Kroner 1988, 43.
72 StAN, Rep. 225/4 II Rentamt Cadolzburg 1007 (93, Nr. 548.
73 Düthorn/Kreutzer 1979, 137 f.
74 Vgl. hierzu Düthorn/Kreutzer 1979, 137.
75 Endres 1997, 776.

Quellen

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Heine, A. (Hrsg.): Widukind. Sächsische Geschichte (Kettwig 19902).
Kreiselmeyer, A.: Flurnamenverzeichnis der Gemarkung Roßtal. Unveröffentl. Verzeichnis (Roßtal 1924).
Schlossbibliothek Ansbach Peinliche Halsgerichtsordnung des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach von 1582.
Staatsarchiv Nürnberg Vorbayerische Archivalien:
Fst. Brandenburg-Ansbach, Ämterbeschreibung Nr. 13
Rep. 120/II Ansbacher Ämterbeschreibungen Nr. 69a, Oberamt Cadolzburg
Rep. 225/4 II Rentamt Cadolzburg Nr. 195, 1007
Rep. 225/11 Rentamt Greding Nr. 96
Rep. 236/4 Landgericht ä.O. Nr. 67

Literatur

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Quelle:
Jost Auler (Hrsg.): Richtstättenarchäologie (Dormagen 2008), S. 168–189