Beschlüsse der Organe

Bau- und Umweltausschuss 04.06.2002

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5. Erneuerung der Sichersdorfer Brücke der Bahnstrecke Nürnberg–Ansbach durch die DB Netz AG

Der Vorsitzende begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Dipl.-Ing. (FH) Christofori vom Ing.-Büro Helmreich und Partner als Sachverständigen.

Er verweist auf die heutige Ortsbesichtigung und gibt die Beschlussvorlage der Verwaltung vom 29.05.02 sowie die Kostenzusammenstellung des Ing.-Büros Helmreich und Partner vom 04.06.2002 bekannt.

MR Östreicher fragt an, ob sich die Norm nur auf die Höhe der Brücke oder auch auf die Breite bezieht und stellt fest, dass damit ein erheblich größerer Kostenfaktor auf den Markt zukommt. Allerdings sieht er es als Schildbürgerstreich, wenn im Bereich nach der Brücke wieder verkehrsbehindernde Maßnahmen eingebaut werden.

Der Vorsitzende bemerkt, dass nur für Verkehrsverbesserungen Zuschüsse möglich sind.

Dipl.-Ing. Christofori erläutert die Kostenzusammenstellung des Ing.-Büros. Ein größerer Brückenausbau kommt durch Zuwendungen nicht wesentlich teuerer als der Mindestausbau. Er schlägt vor, eine Voranfrage beim Straßenbauamt bezüglich des Ausbaues mit geringerer Breite zu stellen und diesen Wunsch mit einer Verkehrszählung zu untermauern. Ende Juni könnte zusammen mit dem Straßenbauamt und der Regierung von Mittelfranken eine Ortsbesichtigung durchgeführt werden.

Der Vorsitzende stellt fest, dass heute eine Entscheidung getroffen werden sollte.

Für MRin Kleindl ist die Tatsache erschreckend, dass eine Komfortlösung unwesentliche Mehrkosten als die angedachte Sparlösung verursacht. Sie gibt zu bedenken, dass bei einem breiteren Ausbau schneller gefahren wird und dann wiederum Gefahren im Bereich des Kindergarten entstehen können. Sie ist der Meinung, dass beim Straßenbauamt vorgesprochen werden sollte, ob ein Zuschuss auch bei geringerer Ausbaubreite möglich ist.

MR Bauer bittet um Präzisierung der entstehenden Kosten, da die angenommenen 300.000,- € nur eine Kostenschätzung darstellen.

Der Vorsitzende fasst zusammen, dass heute eine Fachentscheidung mit Begründung zu treffen ist, wobei die Kosten teilweise außer acht gelassen werden sollten.

Für MR Hedwig ist die Sichersdorfer Brücke ein Desaster. Es wäre sinnvoll, eine optimale Lösung mit geringstem Kostenaufwand zu schaffen.

MR Engelhard hat die gleichen Bedenken wie MRin Kleindl. Es sollte ein Antrag auf einspurigen Ausbau der Fahrbahn mit breitem Gehweg gestellt werden. Die entstehenden Gefahren bei zweispurigem Ausbau müsste dem Zuschussgeber klar sein.

MR Östreicher bemerkt, dass nicht nur über die Kosten, sondern auch über die künftige Gestaltung der Wohngebiete nachgedacht werden sollte. Durch die Verbreiterung der Brücke entsteht eine Durchfahrtsstraße. Er spricht sich für eine einspurige Zufahrt ins Wohngebiet aus.

Der Vorsitzende regt an, heute eine Grundsatzentscheidung zu treffen, da Zuschüsse nur fließen, wenn ein normgerechter Ausbau beantragt wird.

MR Ammon sieht keine Alternative, unter den Normausbau zu gehen. Er schlägt vor anzufragen, welche Breiten und Höhe möglich sind, um trotzdem einen Zuschuss zu erhalten und stimmt der vorgeschlagenen Lösung von Dipl.-Ing. Christofori zu.

MR Dr. Eschler merkt an, dass durch die Erweiterung des Baugebietes auch eine Entwicklung des Marktes Roßtal stattfinden wird. Auch der Gesamtverkehr wird zunehmen und deshalb sollte eine weiträumige Lösung für die Zukunft gefunden werden.

Beschluss (anwesend: 9, für Beschluss: 9, gegen Beschluss: 0)

Der Bau- und Umweltausschuss stimmt grundsätzlich einer Verbesserung bei der Erneuerung der Eisenbahnbrücke über die Sichersdorfer Straße zu.

Weiterer Sachverhalt:

Der Vorsitzende bemerkt, dass eine große Erschließungsspange zwischen der Sichersdorfer und der Nürnberger Straße beim Gewerbegebiet für das sich sicherlich noch vergrößernde Wohnbaugebiet südlich des Bahnhofes notwendig wird.

MR Östreicher stellt fest: Der jetzige Erschließungszustand ist unzureichend und deshalb sollten Zufahrten über das bestehende Gewerbegebiet bzw. die Bahnseite Richtung Weitersdorf angedacht werden.

MR Bauer gibt zu bedenken, dass sich durch die Aufweitung der Bahnbrücke auch die Örtlichkeit ändern wird und sich der Schwerlastverkehr auch im Bereich des Kindergartens steigern wird.

MR Dr. Eschler sieht keine Gefahr darin, dass der Schwerlastverkehr künftig durch das Wohngebiet rollt.

Für MRin Kleindl sollte die Brücke so optimal erneuert werden, damit auch die künftigen Neufahrzeuge von Feuerwehr, Möbelwagen usw. ungehindert das Wohngebiet erreichen können.

MR Ammon teilt mit: Die Chance, die Sichersdorfer Brücke ordentlich auszubauen, sollte auf jeden Fall genutzt werden, denn das sind wir der nachfolgenden Generation schuldig.

Der Vorsitzende stellt fest: Durch Zuschüsse zu Baumaßnahmen greift die Regierung in Baumaßnahmen ein, um einen zukunftsträchtigen Ausbau durchzusetzen.

MR Bauer regt an, grundsätzlich über eine Entscheidung nachzudenken, ob die Zufahrt zum Wohngebiet gestärkt werden soll oder nicht. Bei großzügigem Brückenausbau werden zusätzlich Kosten für den Einbau von verkehrshemmenden Maßnahmen auf den Markt zukommen.

Der Vorsitzende stellt fest, dass vom Bau-und Umweltausschuss als Fachausschuss eine klare Entscheidung getroffen werden muss, um Verhandlungen bezüglich einer Lösung mit dem Straßenbauamt Nürnberg aufzunehmen. In Schreiben und Gesprächen sollten die Wünsche des Bau- und Umweltausschusses vorgetragen werden mit dem Ziel, auf den staatlichen Zuschuss möglichst nicht zu verzichten.

Dipl.-Ing. Christofori empfiehlt, kurzfristig eine Verkehrszählung durchzuführen und einen Antrag beim Straßenbauamt einzureichen mit Fahrbahnbreiten von 4,75 m bzw. 5 m. Die Höhe der evtl. Zuschüsse kann daraufhin angegeben werden.

Beschluss (anwesend: 9, für Beschluss: 9, gegen Beschluss: 0)

Quelle: Sitzungsbuch des Marktes Roßtal - Bau- und Umweltausschuss - Wahlperiode 2002 - 2008
Seite: 11 Sitzungstag 04.06.2002

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