Erläuterung der Straßennamen

Hunnenberg

Dieser bedeutsame Flurname ist für den Bergsporn überliefert, der sich zwischen dem Galgengrabental mit den »Sieben Quellen« im Osten und dem Winkeltal im Westen erstreckt.

Die Bezeichnung »Hunnenberg« bezog man früher auf die Hunnen, die um 450 Deutschland verheert hatten. Seit dem 17. Jahrhundert wandelte man den Namen in Hungarn- oder Ungarnberg um, da man die dort gefundenen Besiedlungsspuren für Überreste einer Ungarnschlacht um 954/55 hielt. Der Name »Hunnenberg« gehört jedoch zu einer Gruppe von Flur- und Ortsnamen, die im Zusammenhang mit der germanischen Dingorganisation »huntari« stehen. Dieses altalemannische Wort bezeichnete das Gebiet einer Hundertschaft von wehrfähigen Siedlern. Der Vorsteher dieser Kriegerschar, der gleichzeitig Unterrichter des Gebietes war, wurde Hunno oder Hundo genannt. Ihm oblag die Wartung der Versammlungsstätte. Außerdem musste er die Freien und die Halbfreien (Königsleute) zum Grafending einberufen. Als Dingvogt konnte er je nach Notwendigkeit ein gebotenes Ding selbst ansetzen und durchführen. Im Kriegsfall führte er die Wehrfähigen seines Bereiches dem Grafen zu. Die Franken hatten bei der Kolonisation des Landes die germanische Hundertschaftsorganisation beibehalten.

Auf den Hunno oder Hundo weisen noch viele Ortsnamen hin, wie z. B. die Hundshöfe bei den Orten Sachsendorf, Schobersberg, Reizendorf in Oberfranken, Hundshaupten und Hundsboden am Walberla, Hundsdorf bei Trubach und bei Weißenburg, ebenso die Ritternamen »Hund« von abgegangenen Burgen z. B. bei Hechlingen und Seebruck bei Ansbach.