Erläuterung der Straßennamen

Im Stumpf

Dieser alte Flurname findet sich in der Gemarkung für die Felder zwischen der Galgenhöhe und der Altstraße „Leinweg“.

Die Gerichts- und Dingversammlungen fanden in früher Zeit in der Nähe von alten Fernwegen statt. Die Richter und Gerichtsschöffen saßen auf Steinblöcken oder Baumstümpfen, während das Dingvolk der Versammlung stehend beiwohnte.

Aus verschiedenen Gegenden ist für die Versammlungsstätte der Flurname „Stumpf, Stampf etc.“ überliefert. So finden sich bei Kirchrimbach im Steigerwald heute bewaldete Flurstücke mit der Bezeichnung „Stampf“ und „Schranne“ unweit voneinander, die bereits.1317 als Wüstungen erwähnt werden. Einige Kilometer davon entfernt liegt der Ort Hohnsberg, früher auch „Hunesperg“ genannt. F. W. Weber belegt im Wormsgau drei karolingische Dingstätten mit den Bezeichnungen: „Auf dem Stampe“, „Stampf“ und „Stumpfwald“.

Auch der Roßtaler Flurname „Im Stumpf“ dürfte also auf eine hier gelegene Dingstätte hinweisen, und zwar zu der Zeit, als dieses Gebiet noch bewaldet war. Die Urbarmachung fällt erst in die Ritterzeit. Die Dingstätte hatte einen Zugang vom Galgengraben und vom nahen Altweg „Leinweg“ her. Der letztere ist durch die Rodung abgegangen.