Festschrift zur Tausendjahrfeier

13. Jahrhundert

Die Burggrafen von Nürnberg erwerben Roßtal von den Grafen von Heideck und dem Hochstift Bamberg 1281-1290

Aus den zuerst im fränkischen Umland wenig begüterten Burggrafen von Nürnberg waren nach zwei Jahrhunderten um 1280 schon mächtige Landesherren geworden. Das erbliche Amt des Burggrafen, welches ursprünglich das österreichische Geschlecht der Raabser inne hatte, kam um 1190, nach Verheiratung mit der Erbtochter, in die Hand der schwäbischen Zollern. Während in Nürnberg die emsigen Patriziergeschlechter die innerstädtischen Rechte der Burggrafen immer mehr an sich ziehen konnten, hatten diese schon frühzeitig Besitzungen an Schlüsselstellungen des offenen Landes (Verkehrsstraßen) erworben. Diesen Streubesitz versuchten nun die Zollern zu einem geschlossenen Territorium zu vereinigen. Besonders während der Schwächung der Kaisermacht durch die Thronwirren des 13. Jahrhunderts gelang es ihrer gewandten Diplomatie den Niedergang der Reichsgewalt, besonders um 1250 im Interregnum, für ihre Hauspolitik auszunützen. Burggraf Friedrich III. konnte sich so in dieser Zeit die Meranische Erbschaft, die ihm den wertvollen Landesteil Kulmbach-Bayreuth einbrachte, durch mehrmaligen Parteienwechsel sichern.

Nun geriet auch Roßtal in den Sog der burggräflichen Erwerbspolitik. Hundert Jahre früher war bereits ein Teil des durch Erbteilung zerschlagenen Territoriums der Abenberger Rangaugrafen mit den beiden Burgzentren Abenberg und Cadolzburg im Erbgang an die Burggrafen gelangt. Dabei scheint das kleine, vermutlich früher auch abenbergische Roßtaler Ländchen zwischen Schwabach und Bibert abgespalten worden zu sein. Nun rundete es die burggräfliche Herrschaft im Nürnberger Westen, als Landbrücke zwischen Abenberg und Cadolzburg, ab.

Wie schon erwähnt, wissen wir nichts über das territoriale Schicksal unseres Gebietes seit dem Aussterben der Abenberger Rangaugrafen. Die Nürnberger Burggrafen müssen es sich von zwei Seiten zusammenholen. Bamberg schenkte 1281 alle Einkünfte (de bonis nostris et alliis in Rostal) des ihm verpfändeten Roßtal an Burggraf Friedrich und 1292 erwarben die Burggrafen den restlichen Teil Roßtals (vermutlich das Burggut) zusammen mit Roth von Heideck.