Festschrift zur Tausendjahrfeier

Aus dem 18. Jahrhundert

Ritter Lorenz, Edler von Schmiedl auf Neuhäusel und Roßstall

Schloßbesitzer von 1717–1735 und Teilnehmer am Türkenkrieg.
Unter diesen, damals üblichen, hochtrabenden Namen tritt uns ein Roßtaler Schloßbesitzer entgegen, der wegen seiner Verdienste 1710 in den Adelsstand erhoben worden war. Da er einem Gesuch um Genehmigung zur Errichtung eines Pumpwerkes und Bräuhauses die Abschrift seines Adelsbriefes beilegte, können wir auch einiges aus seinem Leben erfahren. Es macht uns die in jener Zeit sehr bedrohliche Türkengefahr lebendig, wobei das Schicksal des Reiches bei der Belagerung von Wien auf des Messers Schneide stand. Der nachmalige Schloßherr war dabei und erlebte Prinz Eugens Siegeszug in Ungarn mit. Auszugsweise sei hier der Adelsbrief aufgeführt:

Aussteller war Kaiser Josef I. (1705-11)

„Wir Joseph von Gottes Gnaden, Erwöhlter Romischer Kayser usw. bekennen ...“

Schmiedl war 1710 Hauptmann in Nürnberg

„Wann wir nun gnädiglich angesehen, war genohmen und betrachtet haben, das gute und redliche Herkommen, Unser und des Reichs lieben und getreuen, Lorenz Schmiedl, dermaligen Hauptmann über eine Compagnie Bürger zu Fuß in unser und des Heil. Röm. Reichs Stadt Nürnberg ...“

Schmiedls Leumund und Werdegang:

„sondern auch Er Hauptmann Schmiedl selbsten von seiner Jugend an, auf gute adeliche Sitten, Tugenden und Wissenschaften sich befliessen, und seine Erfahrenheit und Geschicklichkeit in allen Civil und Militairischen Gelegenheiten gezeiget ...“

Teilnahme am Türkenkrieg unter dem Nürnberger Truppenkontingent

„innmaßen er in dem letzten Türckenkrieg unter der von erstgedacht unserer und des Heiyl. Reichs Stadt Nürnberg, zu den fränkischen Kreyss gestellten Contingent zu Roß und Fuß, anfänglich als Secretarius und Commissarius, hernachmals aber als Granadier Lieutenant bey dem glücklichen Entsaz unser von denen Türcken in Anno 1683 belagert gewester Stadt Wien, sowohl als auch bei der blutigen Besturm- und Eroberung beeder starker Vestungen Neuhäusel und Offen, nicht minder bey der zwischen Siclos und Esseck vorgeganenen siegreichen Schlacht gegen den Erbfeind Christlichen Nahmens, seine Tapferkeit, wie einem ehrliebenden Offizier wohlanstehet, erwiesen ...“

Schmiedl nimmt zwei junge gefangene Türken an Kindesstatt an

„bey welcher Eroberung ersterwehnter zweyer Festungen Neuhäusel und Offen (= Budapest) er selbsten 2 Türckensöhne (wovon des einen Vatter Vicekommandant zu Neuhäusel, des andern eines Janischaren unter der türkischen Garnison zu Offen, Vater aber Stephani genannt, ein fürnehmer Polnischer von Adel in der Sendomirischen Woiwodschaft zu Rcow, wohnhaft gewesen und Anno 1672 bei der von der Ottomanischen Pforten geschehenen Belagerung Caminiesk und Lemberg in die türkische Dienstbarkeit geführt worden) gefangen genommen, die er nachmals in den christlichen Glauben unterrichten, und den Ersten bei der Heyl. Tauf Christian Lorenz, den letzten aber Georg Friedrich Schmiedl nennen, folglich selbige gleichsam als andere seine leibliche Kinder erkennendt, und tradierend in allen christlichen Tugenden dergestallt wohl auferziehen und unterrichten lassen.“

Schicksal des Christian Lorenz

„daß er, Christian Lorenz, schon über 16 Jahre und zwar unter der Cron Dänemark 5 Jahre gegen die Türken in Ungarn, 4 Jahre bei dem König August in Polen gegen die Schweden, und nachdem er von denenselben anno 1703 in Thorn gefangen und schwedische Dienste anzunehmen gezwungen worden, 7 Jahre in Finn- und Lappland gegen die Moscowiter zu Roß und zu Fuß sich gebrauchen lassen, nunmehr aber, da dieser durch den Alt. Ran Stättischen Friedensschluß, der schwedischen Dienste entlassen worden, als Lieutenant unter den Fürstl. Hessen Cassellischen Trouppen und neben der erlangten Kriegs-Experienz (Erfahrung) zu bessern seine Beföderung der Fortificationsbau Artillerie und Feuerwerkskünsten erlernet.“

Schicksal des Georg Friedrich

„der Georg Friedrich Schmiedl aber, nachdem er zuvor gleichfalls etliche Jahr im Reich, wieder die Franzosen im Krieg gedienet, in mehr gedachter unser und des Reichs Stadt Nürnberg sich niedergelassen habe.“

Weitere Kriegsschicksale des Hauptmann Schmiedl:

„überdieß er Hauptmann Schmiedl, auch bev den in der anno 1688 unvermuthtet beschehenen französichen Einbruch in das Heyl. Römische Reich und sonderlich in den Fränkischen Kreyss mit einiger Mannschaft von unser und des Heyl. Reichs-Stadt Nürnberg, als damliger Lieutenant dort in der Grafschaft Hohenlohe gelegenen Veste Berg Waldenburg, wodurch der Feinde vorgehabter Unternehmungen guten Teils unterbrochen worden, eingenommen und besetzt.“

Der Adelsbrief fährt fort, daß Schmiedl dafür 1693 ein Wappen verliehen erhielte und beendet schließlich die Verdienstliste mit der Erwähnung der Teilnahme am Spanischen Erbfolgekrieg

„daß er auch bey dem in anno 1703 beschehenen Französischen und Bayerischen Einfall in die Fränkisch- und Schwäbischen Kreise, und bey der, von diesen Reichsfeinden vorgehabten Absicht gegen die Stadt Nürnberg, sowohl inner- als außerhalb derselben in Zügen und Wachten wie nicht weniger verschiedenen gefährlichen Verschickungen nach den Bayrischen Grenzen und vielen anderen militärischen Expeditionen dem Publico zum Besten, sich jederzeit treu und standhaft erwiesen, mithin in denen nun über 15 Jahre obhabenden Hauptmannsdiensten willigst und unverdrossen mit Leibes und Lebensgefahr sich gebrauchen lassen ... etc.“

Der Adelsbrief wurde ausgestellt am 13. November 1710.
Am 10. August 1715 erhielt er von Kaiser Karl VI. ein

„allergnädigst Kais. Protectorium mit conserierten Saiva Quardia in infinitum pro meritis“

Am 16. August 1716 wurde Schmiedl in den Reichsritterstand erhoben und durfte sich Edler von Schmiedl auf Neuhäusl nennen, nach der Stadt in Ungarn, bei deren Eroberung er beteiligt war.

Eine Anmerkung auf der Abschrift des Adelsbriefes vom 28. Juni 1717 wirft ein interessantes Schlaglicht auf die immer noch tätige Fürsorge des Pflegevaters für seinen vor 34 Jahren in Ungarn mitgenommenen türkischen Adoptivsohn. Wir wissen aus obigen Zeilen, daß Christian Lorenz auch weiter ein hartes Schicksal verfolgte, zuerst mußte er 5 Jahre gegen seine eigenen Landsleute kämpfen, dann gegen die Schweden, von diesen gefangen, wurde er im kalten Finnland 7 Jahre gegen die Russen eingesetzt, v. Schmiedl bittet nun den Markgrafen als seinen neuen Herrn, er möge seinem Sohn, der sich ebenfalls Edler von Schmiedl auf Neuhäusel und Roßstall nennen dürfe und auch die Berechtigung habe, das Schmiedische Wappen mit 2 offenen Turnierhelmen zu führen, eine Hauptmannsstelle bei einer Dragonerkompagnie geben. Er war im Krieg schon Leutnant, habe 23jährige Kriegserfahrung, müsse aber derzeit als Wachtmeister im Unteroffiziersrang Dienst tun.

Der Richter und Lehenskommissar setzt den Nürnberger Notar Macco in Arrest

Der Roßtaler Richter hatte in Personalunion auch das Amt des Lehenskommissars inne und es ist schwer zu entscheiden, welches im 18. Jahrhundert das Wichtigere darstellte. Der Streubesitz des Markgrafen vor den Toren Nürnbergs mußte überwacht und in Ordnung gehalten werden. Besondere Schwierigkeiten bereiteten die verwalteten Reichslehensbestände ehemaliger Reichsministerialengeschlechter (Altenberger), da sich hier durch die jahrhundertelange Verleihung und unsachgemäße Verwaltung Unklarheiten ergeben hatten, dabei auch manche Grundstücke von den Besitzern „verzogen“ (= verschwiegen) worden waren.

Gegen Lehenssünder griff man mit scharfer Hand durch, wie wir es aus dem Akt Macco, einen der vielen erhaltenen Akten des Lehenskommissariats Roßtal, ersehen können. Der Nürnberger Notar Johann Casimir Macco hatte wohl nicht bedacht, welche Kette von Ereignissen er mit einer Bescheinigung, die er aus Gefälligkeit Herrn von Welser ausstellte, hervorrief.

Ein Welserscher Untertan, der Gärtner Peter Kießkalt aus Kleinreuth, hatte seinem Welserschen Gütlein unbefugt einen dem Lehenskommissariat Roßtal unterstehenden altbergischen Lehensacker einverleibt und das ein Morgen große Grundstück mit Hirse angebaut. Dies entdeckte 1771 der Lehensvogt, der dem Richter und Lehenskommissar von Roßtal als Außenbeamter zugeteilt war. In der Sich entwickelnden Affäre wurde zuerst Peter Kießkalt 14 Tage ins Zuchthaus Schwabach eingesperrt. Da er sich nicht freiwillig stellte, mußte ihn der Lehensvogt fangen, wie aus der ihm auferlegten „Malefiztaxmäßige Kosten“rechnung, die über 35 Gulden betrug, hervorgeht: „Vor Tag und Nacht mit einem Pferd auf der Zirndorfer und Dooser Brücken, dann am Dombacher Steg aufzupassen = 1 Gulden.“ Aus den Verhören des Kießkalt trat zutage, daß auch der Herr von Welser und der Notar Macco von der Hinterziehung gewußt haben mußten. Die markgräfliche Regierung warf nun Herrn von Welser Felonie (d. h. Lehensuntreue) vor und sperrte ihm den Zehenten von Buchschwabach. Von Welser aber bestritt die persönliche Schuld und erklärte, daß die Grundstücksverwaltung in Händen des Notars Macco lag. Dieser wurde daraufhin nach Roßtal befohlen, streng verhört und unter Arrest gesetzt. Er kam natürlich nicht ins Lochgefängnis, sondern durfte als „Kavalier“ seine Gefangenschaft im Gasthaus Pantasch (heute Fischhaber) abbüßen. Trotzdem war er nicht sonderlich erbaut von seinem Roßtaler Gastspiel, wie ein den Akten beigehefteter Brief, den er am 13. Hafttage an den Richter schrieb, erkennen läßt. Darin schreibt er u. a.:

„Darf ich mich wohl unterstehen, bey Eurer Wohlgebornen auch wieder einmal meine unglückliche Arrestsache in Erinnerung zu bringen ...“ Macco bittet dann den Richter für ihn ein gutes Wort beim Justizhof einzulegen und beklagt sich über die Roßtaler Wachmannschaft und sein Lokal: „denn ich kann es wahrlich! ohne den völligen Verlust meiner Gesundheit beinahe nicht länger so ausholten, zumahlen bey einem an mir habenden und sich gegenwärtig in ein ordentliches Cafharrefieber verwandelten heftigen Catharr, die bürgerlichen Wächter, welche man würklich entbehren und man es an dem Herzog (ein Invalide, der ihn betreute) genug sein lassen könnte, fast den ganzen Tag mir in meinem Zimmer über den Hals liegen und durch ihren rauchenden schlechten Tabak und s. v. (salva venia = mit Verlaub zu sagen) ihren beständigen Auswurff, wovon es fast in der Stube schwimmt, mir die Incommodität (= Unbequemlichkeit) meines Arrestes unsäglich vergrößern. Haben Sie Mitleid und Erbarmen mit mir und helfen Sie mir von der nun so lange getragenen Last und Beschwerlichkeit. Da morgen wieder eine Hochzeit in meinem Quartier sein wird, bey der letzteren aber, vor meinem elenden Zimmer, biß um 3 Uhr des Morgens, von Jungen und Alten ein solcher grausamer Unfug getrieben worden, daß ich nicht nur keinen Augenblick zu schlafen vermogt, sondern auch von dem übermäßigen Gelärme Kopfweh bis zum Zerspringen bekommen habe, so bitte ich Eure Wohlgebohrn hiermit so sehr ich nur immer kann, die unbeschwerte Verordnung ergehen zu lassen, daß, wenn es morgen ja wiederum bis zum Unsinn getobet sein muß, doch wenigstens in rechter Zeit damit Feierabend gemacht werden solle.“
Roßstall, den 11. Oktober 1773

Inzwischen hatte ein Gesuch an den Markgrafen, das Macco einige Tage vorher nach Ansbach gerichtet hatte, seine Wirksamkeit nicht verfehlt. Er bat darin den Markgrafen um Gnade und erklärt, daß er nicht allein der Schuldige ist

„bei dieser Sache teils veranlagten und zum Teil unüberlegter maßen, ohne alle Absicht oder dem würklichen Erhalt einiger schnöder Belohnung ... die nun schon bald 8 Tage allhier ausgestandener so beschwerlich als ungewohnte Detenizung ... vielen Zeitverlust und Kostenaufwand, auch bei erlittener Ehrenkränkung, für mehr als genug abgebüßet ... mich nun als Schlachtopfer für die in Gemeinschaft begangene Lehensunrichtigkeit.“

Auf einen Befehl des Justizhofes hin, wurde Macco am 12. Oktober aus der Haft entlassen und mußte einen Kautionsschein, daß er sich „auf jedesmaliges Erfordern bei dem Richteramt in der Sache stellen wolle“ unterschreiben. Nun bekommt er noch die Haftkostenrechnung vorgelegt, welche nahezu 60 Gulden beträgt. Sie enthält eine Reihe von Einzelbeträgen über Protokoll-, Schreib- und Botengebühren, wie z. B.:

„Protokoll und Bericht vom 30. Mai 1771 ... 45 Kreuzer, Vor 5 Steckbriefe, an die Ämter Cadolzburg, Fürth, Schwabach, Bayerdorf und Schönberg den 10. 8. 73 ... 1 Gulden - Der Bötin Trankgeld fürs überliefern ... 6 Kreuzer - Schreiben nach Nürnberg ... 12 Kreuzer usw.“

Besonders interessant aber ist für Roßtal, die Rechnung für die Bürgerwehr, welche den Nürnberger „Staatsverbrecher“ bewachen mußte.

Die Bürgerwehr ist im ganzen 18. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens gewesen und hat sich wahrscheinlich aus dem Selbstschutz des 30jährigen Krieges entwickelt. Ihr halbmilitärischer Charakter ist durch die mannschaftliche Gliederung deutlich zu ersehen. Während sie in den Städten ein Hauptmann befehligte, hatten wir in Roßtal einen Sergeanten, dem 3 Korporalschaften unterstanden. Die Bürgerwehr war uniformiert und übte regelmäßig auf dem Schießwasen und im Schießhaus, das auf dem heutigen Hofrat-Heinlein-Platz stand. Sie wurde vom Richter für die öffentliche Ordnung eingesetzt und unterstützte ihn u. a. beim Kirchweihschutz, denn noch immer steckte der Bevölkerung die Rauflust der alten Deutschen im Blute und während die adeligen Herren ihre Fehden nun zwar nicht mehr als gepanzerte Ritter, wohl aber als Rokokokavaliere mit spitzem Degen austrugen, fanden unter dem bäuerlichen Volksteil die traditionellen Kirchweihraufereien statt. Diese manchmal blutig ausartenden Kämpfe zwischen der Jugend benachbarter Ortschaften – hier waren die Gegner meist die Heilsbronner (Klösterer genannt) und die gefürchteten Zirndorfer – sind der älteren Generation noch gut in Erinnerung. Sie verschwanden eigentlich erst in den zwanziger Jahren, als durch die Parteienkämpfe die örtliche Bevölkerung bürgerkriegsartig in sich selbst zerrissen wurde. In der Gegenwart sind diese rauhen Sitten aus der Vorzeit durch den organisierten Sport mit seinem fairen Wettbewerbsgeist endgültig in zivilisierte Bahnen gelenkt.

Die Roßtaler Bürgerwehr des Jahres 1773 mit ihren Chargen ist uns aus der Kostenzusammenstellung noch lebendig:

Von des 14 Tage lang, dahier in Arrest gesessenen Nürnberger Notarii Johann Casimir Macco zu Nürnberg, übersandten Costen sind nachstehende Posten, baar zu bezahlen:

 Gulden Kreuzer
Dem Gerichtsbeisitzer Stefan Helmreich dahier 30
Dem Serganten Leybold dahier112
Den 3 Corporals Heumann, Nüchterlein und Steigmann115
Den bürgerl. Musquetiers auf 14 Tage536
Dem Tagwächter Herzog dahier auf 11 Tage und Botenlohn nach Ansbach und Wartegeld4 40
Dem Valentin Pantasch, Wirten dahier, vor angerechnete 14tägige Zehrung, dann Holz, Quartier, Licht u. a.15-
Dem Johann Michael Lauxen dahier vor Botenlohn und Wartegeld zu Ansbach1-
Dem Scribenten (= Schreiber)2-
Dem Amtsknecht Wiedmann, vor der Vigilanz und anderes 130

Die qualmenden und spuckenden Roßtaler Musketiere, welche den Groll des werten Macco erregten (siehe obigen Brief v. 11.10.1773) aber hießen:

Georg Herbst, Leonhard Fischhaber, Lorenz Reck, Heinrich Köttner, Georg Körber, Georg Wolfgang Auer, Georg Ostertag, Friedrich Kern, Georg Schmitt, Thomas Roth, Barthel Keller, Johann Keller, Georg Konrad Leybold, Georg Kött und Georg Heinlein.

Wenige Tage nach der Entlassung übersandte der Nürnberger Notar sein schuldiges Geld und ein Päckchen an den Richter Pöhlmann mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Entsprechend den Gepflogenheiten jener Zeit war die Anschrift französisch gehalten:

A Monsieur, Monsieur Pöhlmann, Secretaire de la Chambre des Fiess de S.A.S. Monseignr. le Marggrave Regnant de Brandenburg a Rostall (Mit 59  Gulden beschwehret, nebst einen Päcklein).

„Für den vielen Caffee, welchen ich der Frauen Gemahlin hinweggetrunken, folget mit dem, was in den mitkommenden Päcklein befindlich ein geringer schuldiger Ersatz, womit für Willen zu nehmen, und noch die einige Freundschaft für mich zu haben ersuche, mir seiner Zeit zuverläßig zu melden, wie etwann des Herrn von Welser Gndn. sich aus der Sache gezogen nahen möge; um mich wegen Repetirung meiner gehabten großen Kosten in etwas darnach benehmen zu können.
Ut in litteris.
Hochachtungsvoll beharrend, Nürnberg, den 16. Oktober 1773“

Der arme Notar Macco hatte aber noch keine Ruhe. Aus einem empörten Brief des Notars an den Markgrafen vom 20. Juli 1774, also fast ein Jahr später, können wir entnehmen, daß er kurz vorher in Schwabach noch einmal verhaftet wurde:

„Indem ich hiermit untertänigst beschwerend anzeigen muß, (daß ich) Sonntags, den 10. hujus, zu meiner unendlichen Kränkung, in Schwabach, als ich mich daselbst in Verrichtungen befand, um die Mittagszeit unter dem Zulauf alles gemeinen Volkes, ohne ganz Mittagessen zu dürfen, noch den Anlaß oder die Ursache zu erfahren, durch den dortigen Stadthauptmann Benker mit einem Korporal und drei Mann, in dem Gasthof zum Falken auf die ungestümste Art öffentlich arretiert, auch nicht ehender als abends gegen 7 Uhr losgelassen worden bin ...“

Wie es sich herausstellte, beruhte die Verhaftung auf einem Irrtum, da man in Schwabach nichts von der Erledigung der Angelegenheit in Roßtal gewußt hatte und die Gültigkeit des Steckbriefes noch angenommen hatte.