Festschrift zur Tausendjahrfeier

Das Roßtaler Siedlungsgebiet

Das breite Tal der Bibert erhält bei Weinzierlein aus südlicher Richtung einen bescheidenen Wasserzulauf. Es ist der Roßtaler Mühlbach, der sich in wasserreicheren geologischen Zeitperioden ein wenige Kilometer langes, romantisches Tal geschaffen hat. An dessen Ursprung liegt das Siedlungsgebiet von Roßtal. Hier greifen, wie die Finger einer Hand, fünf quellenreiche Nebentäler nach Süden und zerschneiden die Blasensandsteinplatte in vier mehrere hundert Meter lange Höhenrücken. Der mittlere Talsporn ragt steil aus dem Mühlbachtal empor; sein birnenförmiger vorderer Teil trug einst eine Bergfestung und bildet heute mit Kirche, Schloß und Marktplatz den Mittelpunkt des Ortes. Nur eine schmale Landbrücke an der „Spitz“ (Flurname) verbindet ihn über den rückwärtigen Spornteil mit der südlichen Plateauhöhe. Der Eindruck dieser markanten Einschnürung wird jetzt durch die Bahnlinie und die dort erbaute Haltestelle Wegbrücke verwischt.

das Roßtaler Siedlungsgebiet

Das alte Weichbild Roßtals, das bis Mitte des vorigen Jahrhunderts nur den sog. „Oberen Markt“ auf dem Berg und den „Unteren Markt“ im Tal (Schwalbenhof, Pelzlein, Kappel und Winkel) umfaßte, ist längst gesprengt. Der Ort hat sich über vier Täler und ebensoviele Höhenrücken ausgebreitet und erstreckt sich heute mit 520 Anwesen und Häusern, die bereits mehr als 3000 Einwohner beherbergen, in neuen weitausgreifenden Ortsteilen vom Matzenberg bis zum Eichenwald auf dem Ungarnberg, vom Galgengraben mit dem Sieben-Quellen-Gebiet bis zur Bahnhofsiedlung und vom Trettendorfer Weg im Süden bis zur Espansiedlung an der Weinzierleiner Straße. Roßtal steht im Begriff, die Nachbarstadt Zirndorf flächenmäßig zu überflügeln und gehört zu den ausgedehntesten Siedlungen des Landkreises Fürth.