Festschrift zur Tausendjahrfeier

Zum Geleit

R o ß t a l hat sich mit großer Hingabe gerüstet, um in festlichen Tagen bei seinen Bürgern und seinen Gästen die Erinnerung an seine lange und reiche Vergangenheit wachzurufen oder zu beleben.

Die Roßtaler haben guten Grund zu frohgemutem Fest in der Gemeinschaft. Dieses stattliche Gemeinwesen auf brandenburgisch-ansbachischem Boden, gleichwohl aber noch in der Bannmeile der Reichsstadt Nürnberg, zählt zu den ältesten Siedlungen weit rundum. Sein hohes Alter ist bezeugt, denn vor tausend Jahren erwähnen mit dem klingenden Namen Horsadal zwei gleichzeitige Geschichtsschreiber, der Mönch Widukind aus dem Kloster Corvei und Lambert von Aschaffenburg, diesen Ort in einem Hergang, der einen beachtlichen Siedlungscharakter vermuten läßt. Ein beredtes Zeichen dafür, daß die Anfänge Roßtals über die urkundliche Erwähnung hinweg in die Erstzeit der fränkischen Landnahme zurückreichen. Ehrwürdig ist Roßtals Alter, bewegt und farbig seine Geschichte, ansprechend und liebenswert sein Erscheinungsbild, das diesen Marktflecken unter die schönsten fränkischen Orte reiht.

Grund genug, daß wir alle herzhaft an der stolzen Freude der Roßtaler teilnehmen. Möge ihnen ein gutes Geschick den Weg in eine vom Frieden gesegnete Zukunft bereiten! Alle unsere guten Wünsche begleiten die tüchtigen Roßtaler auf dieser Bahn.

Ich grüße die Roßtaler und alle ihre Freunde und Gäste zur Jahrtausendfeier!

Regierungspräsident


Friedrich Hörndlein, Landrat

Roßtal, eine Perle im schönen fränkischen Land, kann in diesem Jahre auf sein 1000jähriges Bestehen zurückblicken. Abseits des großen Verkehrs hat sich Roßtal, das mir eine zweite Heimat geworden ist, all den Jahrhunderten seiner Geschichte zum Trotz, seine Eigenart bewahrt. Ein friedlicher, ruhiger Marktflecken mit fleißiger, freundlicher Bevölkerung, unweit der Großstadt, so recht geeignet für den Besuch von Menschen, die in lieblicher Natur Erholung und Entspannung von dem Hasten und Jagen unserer Zeit suchen.

Dabei ist die Gemeinde Roßtal doch lebensnah und dank einer vorzüglichen Leitung den Erfordernissen der Jetztzeit stets aufgeschlossen!

Mein Herzenswunsch gilt dem guten Gelingen unserer historischen Feier mit seinen vielfältigen Veranstaltungen und einer weiteren segensreichen Entwicklung der Gemeinde in einer friedlichen und glücklichen Zukunft!


FRIEDRICH HÖRNDLEIN
Landrat


Michael Wiesinger, 1. Bürgermeister

An den Pfingsttagen 1955 gedenkt der Markt mit seiner Bevölkerung des Jahres vor 1000 Jahren, da erstmalig der Name „Horsadal“ in der Sachsenchronik des Mönches Widukind von Corvei erwähnt wird und Roßtal somit ins Licht der Geschichte rückt. Seitdem hat unser Heimatort eine reichhaltige und wechselvolle Vergangenheit hinter sich.

Das erste, 1928 von dem verstorbenen Oberlehrer Adolf Rohn verfaßte Heimatbuch von Roßtal ist schon lange vergriffen. Diese Festschrift soll unsere Heimatgeschichte, gestützt auf neueste heimatgeschichtliche Forschungen, fortsetzen und ergänzen.

Nach zwei verlorenen Weltkriegen hat sich die Bevölkerung Roßtals im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt. Viele Flüchtlinge haben hier eine zweite Heimat gefunden und sich als Neubürger mit den Altbürgern sehr gut zusammengelebt. Diese Tatsache ist um so erfreulicher, da durch die Neubürger manch handwerkliches und musikalisches Talent nach Roßtal kam und dadurch die wirtschaftlichen und kulturellen Belange förderte. Mögen die Festtage, die sich aus den Mühen des Alltags herausheben, einen würdigen Verlauf nehmen.

Es ist mir nicht zuletzt ein besonderes Bedürfnis, denen von Herzen zu danken, die an der Gestaltung der Jahrtausendfeier mitgewirkt haben.

Ich wünsche unserem Roßtal eine glückliche, friedvolle Zukunft und eine stetige Aufwärtsentwicklung. Vor allem möge es von schweren Ereignissen verschont bleiben.

Roßtal, Pfingsten 1955

MICHAEL WIESINGER
1. Bürgermeister