Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung

Gefecht bei Roßtal 71

Im 14. Jahrhundert und früher war den Nürnberger Handwerkern jede Teilnahme am Stadtregiment verwehrt und alle Angelegenheiten des Handwerks wurden vom patrizischen Rat geregelt. Es kam deshalb am Mittwoch nach Pfingsten 1348 (11. Juni) zu einem Aufruhr, so daß die Räte der Stadt fliehen mußten. Die meisten von ihnen fanden auf dem Schlosse des Ritters Konrad von Heydeck Zuflucht. Die Handwerker errichteten nun Zünfte und wählten aus ihrer Mitte einen Stadtrat, der auf Konrad von Heydeck sehr ergrimmt war. Letzterer sollte gelegentlich einer Reise nach Roßtal, wo er noch begütert war, überfallen werden. Er erhielt aber von dem geplanten Ueberfall rechtzeitig Kunde, so daß er sich sichern konnte. Rasch ließ er seine Vasallen aufbieten, die sich in den Wäldern bei Roßtal verstecken mußten. Unfern des Ortes ging Konrad von Heydeck scheinbar ahnungslos in die von den Nürnbergern gestellte Falle. Doch als ihn die Nürnberger gefangen nehmen wollten, kamen ihm auf ein Fackelzeichen, das auf dem Herrenhaus zu Roßtal gegeben wurde, seine Untertanen eilends zu Hilfe. Ein großer Teil der Nürnberger wurde niedergemacht, der Rest gefangengenommen und im nahen Eichenhain gehenkt.