Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung

Treffen bei Roßtal

Der Städtekrieg 1388 hinterließ in der Roßtaler Gegend Spuren. Burggraf Friedrich V. beteiligte sich mit den benachbarten Fürsten am Kriege gegen den Städtebund, zu welchem auch die Reichstadt Nürnberg gehörte. Als er mit dem Bischof Gerhard von Würzburg die Bundesstadt Windsheim angriff, erhielt er die Kunde, daß die Nürnberger die Alte Veste bei Fürth eingenommen, Langenzenn niedergebrannt hätten und Cadolzburg und Roßtal bedrohten. Bei letzterem Ort traf der Burggraf die Nürnberger, schlug sie in die Flucht und verfolgte sie bis unter die Mauern ihrer Stadt. In diesem Kriege kamen schon Geschütze in Anwendung.

Das Rechtsgutachten wegen Vincenzenbronn (1620) enthält hiezu Seite 1 b folgende Mitteilung: Anno 1388 seind zwar die von Nürnberg Alß sie wieder Burggraff Friedrich gekriegt im selben Jahr nach Langenzenn Cadolzburg den Altenberg vund die Altenfesten, vund anderen Städte vund Schlösser mehr abgebranth vund verhert, für Roßstahl gezogenn, Aber nichts ausgericht, sonndern haben mit verlust der ihrigen weichen müßen, ….

Ueber obiges Treffen bei Roßtal findet sich auch im Stromerbüchlein, verfaßt von Ulman Stromer (1360–1400), eine Aufzeichnung. Es heißt dort: Anno 1388 wigilia Bartolomey luffen der von Nurenberg fusfolk aus bey 200 und wollten den purgraven beschedigen und zugen fur Rosstal. Da kamen an si di von Kadoltzpurk und di pawrschaft im land und erslugen ir bey 15 zu tod und fingen ir bey 100, die andern burden flüchtig.