Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung

Reformation

Im Markgrafentum Ansbach fand die Reformation schon frühzeitig Eingang. Caspar Prechtel, Pfarrer der Kirche Dietenhofen und derselben Diakon Lorenz Hiller 75, nahmen um 1520 zuallererst in diesen Gauen Luthers Lehre an und der Diakon in Kleinhaslach predigte sie öffentlich, zu dem aus allen umliegenden Gauen eine große Menge zusammenströmte. Schließlich wurde er auf Befehl des Durchlauchten Fürsten Georg, Markgraf von Brandenburg gefangen, ins Gefängnis abgeführt, wegen seines Glaubens lange festgehalten, so daß viele schon sein Leben aufgaben, aber durch Gottes Gnade wurde er entlassen. Bald darauf trat der gleiche Fürst zu dieser Art der Lehre über 76.

1525 predigte Hiller zweimal in Roßtal und es hat somit schon in diesem Jahr hier die Reformation begonnen. Die Kirchenstiftungsrechnung von 1525 weist Seite 267 folgenden Eintrag auf: 7 lb. 10 Pf. haben die heiligpfleger verzehrt samt dem Diakon von kleinhaßla dos er zwei hie gepredigt hat.

Eingang fand die neue Lehre nur nach und nach. Die ersten evangelischen Geistlichen waren der Pfarrverweser Thomas Appel und der Pfarrer Johann Lazarus (1533–1547).

Um 1578 teilte Markgraf Georg Friedrich das Fürstentum in neun Dekanate oder Kapitul 77. Zum Dekanat Langenzenn gehörte nebst der Stadt die Pfarreien: Ammerndorf, Cadolzburg, Vach, Grosenhabersdorf, Grosenhaßlach, Kirchfarrnbach, Laubendorf, Roßstall, Seukendorf, Vestenberg, Zirndorf 78.