Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung

Dreißigjähriger Krieg, das Jahr 1632

Von den Schrecknissen des Dreißigjährigen Krieges blieb auch Roßtal mit den umliegenden Orten nicht verschont. Besonders unheilvoll war das Jahr 1632. Anläßlich der Kämpfe an der Alten Veste zwischen Wallenstein und Gustav Adolf wurde auch das protestantische Roßtal von den Kaiserlichen belagert. Im Pfarrarchiv befindet sich ein Verzaichnus Aller Personen, so vil man biß dahero erfahren können, welche seit den 2. Junii dises, 1632. Jahrs da wir wegen Ankunfft des Bay. Kriegsvolckes, von Hauß und Hof, nacher Nürmberg und anders wohin fliehen müssen, Inn der frembde und anheimbs auß dieser Pfarr durch den zeitlichen Todt hingewurket, theilß auch durch die Soldaten nidergemacht worden.

Nach diesem Verzeichnis verlor Roßtal 234 Personen. Herr Johann König, Caplan, ist bald des ersten Tages unferrn Ammerndorff, durch die Crabaten niedergemacht 79 und allerst nach 13 Wochen colligirt, und daselbst begraben worden.

Apollonia, deßen Haußfraw, und Georg ihr Söhnlein hier, aber Dorothea ihr Döchterlein zue Nürnberg 80.

Pangraz Knod, ein Ayrerischer bestendner wie auch der Schärpflein, des neuen Wirths Knecht durch die Crabaten erschossen und zerhauen worden.

Clauß Heberlein Ayrerisch. Unterthan vnfern Zirndorff von den Soldaten erschossen oder erstochen.

Buttendorf büßte 31 Personen ein,
Buchschwabach 54, (sollen 66 sein),
Clarsbach 14,
Deffersdorf 32,
Edenreuth 19,
Groß- oder Castnersreuth 23,
Gutzberg 3,
Herboltzhoff 5,
Kernmühl3,
Neuses20,
Reutersaich 44,
Sigersdorff5,
Stöckach25. Hans Weiler ist von den Crabaten ermordet und 13 Wochen vnbegraben gelegen. Clauß Eberlein von den Reutern erhauen.
Trettendorf verlor4 Ortsangehörige,
Unternbüchlein2,
Obernbüchlein3,
Weinzürl43,
Weißmanßdorff33,
Weitersdorff19,
Wimpes4,
Zum Loch1.

Dazu 35 Leichen gefehrlich vorhero, Thun das ganze Jahr 667.