Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung

Naturdenkmäler

Jede Landschaft hat besondere Reize, von denen einzelne allerdings nur bei genauerem Zusehen bemerkt werden. Dies trifft vor allem bei jenen Naturdenkmälern zu, die etwas abseits von Wegen stehen. Gar oft werden solche Zeugen aus alter Zeit, die ihrer Umgebung ein eigenes Aussehen verleihen, ohne zwingenden Grund zerstört, so daß es Pflicht eines jeden Naturfreundes ist, die Allgemeinheit auf ihre Schönheit aufmerksam zu machen.

Im Pfarrgarten zu Roßtal, unweit des Kettenbrunnens, steht ein alter Nußbaum, der seiner Größe und Schönheit wegen wert ist, geschützt zu werden. Der Stamm hat in 1 Meter Höhe einen Umfang von 4,75 Meter und 2,50 Meter hoch. Mächtige Aeste tragen ein undurchdringliches Blätterdach. Ohne Zweifel ist dieser Nußbaumriese der älteste Baum seiner Art in der ganzen Gegend.

In der Nähe desselben befindet sich ein Kornelkirschenbaum. Sein Stamm hat in Manneshöhe zwar nur 1 Meter Umfang und der Kronendurchmesser beträgt 7 bis 8 Meter. Doch hat dieser Baum ein beträchtliches Alter und ist eine Seltenheit, weil die Kornelkirsche fast ausschließlich in Strauchform vorkommt. Der Baum erfreut jeden Vorübergehenden im Frühling mit seinen zahlreichen gelben Blüten und im Sommer und Herbst mit seinen leuchtenden, roten Früchten.

Bemerkenswert ist auch die schöne Linde am ehemaligen Schießplatz. In ihrem Schatten übten sich einst die Bürgerschützen im Scheibenschießen. Sie ist so ein Zeuge vergangener Zeiten.

Dort, wo von dem Fuhrwege Roßtal-Trettendorf der Weg nach Wimpeshof abzweigt, steht etwas erhöht auf einer Erdzunge eine Föhre, die durch ihre eigentümlich geformte, dichte Krone auffällt. Während die Föhren gewöhnlich eine spitzige, fichtenähnliche oder schirmförmige pinienartige Krone besitzen, ist dieselbe bei der genannten Föhre fast eirund. Die Aeste sind knorrig ähnlich denen der Eiche.

Außerdem sind noch die Eichen im Winkel zu erwähnen, von denen jene, die dem Galgen am nächsten stand, die sogenannte Trudeneiche, mit ihren auffallend langen Aesten schon 1880, die stärkste 1890 gefällt wurde. Von den noch stehenden zwei großen Bäumen in der Nähe der Winkelbrücke hat der größere einen Stamm von 4,20 Meter Umfang und eine riesige Krone mit über 25 Meter Durchmesser.