Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung

Mundart in der Roßtaler Gegend

In Roßtal und den umliegenden Orten wird hauptsächlich die Nürnberger Mundart gesprochen.

Beispiele

Aefterling =Hirnwurst
Aehbirn =Erdbeere, Kartoffel
Aerweß =Erbsen
alltriet =jeden Augenblick
aotli =nett
Baunzä =Kartoffelnudel
Böihä =Bier
Böhtleit'n =Gebetläuten
Butzlkouh =Samenzapfen der Nadelbäume
Dackl =Tolpatsch
Douha =Dohle
dumm g'scheit =sehr gescheit
dushäret =schlecht hörend
Flöik =Schürze
Frett'n =Kartoffelhaue
Gackeli =Eier
g'ästimiert =geachtet, geehrt
gättli =bequem
Gaßbuhk =Geißbock
Gerscht'n =Gerste
G'haltä =Behälter, Schrank
gök'n =schaukeln
gouteinert =wohltuend
Goll-Le/icht =Kerze
Grobstah =Grabstein
gscheid dumm =sehr dumm
gwehn =gewesen
Hacksät =Hochzeit
Handstender =Waschschüssel
Handzweln =Handtuch
Hätzel =Elster
Heiter =Pferd
Hitsch'n =Kröte
Hos =Hose
Höieriest =Hühnernest
Hout =Hut
Husch'n =Ohrfeige
Hus'n =Hose
Josephssteft =Narzisse
Kärchäturn =Kirchenturm
Kärwa =Kirchweih
Kätterla =Katharina
Kehtzi =Katze
Kerscht'n =Kirsche
Kläißkupf =Dickkopf
Knoppern =Null beim 66-Spiel
Knötzla =Anschnitt beim Brotlaib
Köichla =Küchlein
Kouschrot'n =Besenginster
Kräzz'n =geflochtener, fast halbkugeliger Korb
Krouha =Krähe
Labi =Laubstreu
Lackl =läppischser Mensch
Lärd =Leonhard
Mich'l =Michael
Mist'n =Miste
Möhlworm =Mehlwurm
Murrä =Mutter
Nemberg =Nürnberg
Omäss'n =Ameisen
die Pahr =Empore
Paus'l =Paul
Rohbärn =Karren
Säulocker =Wiedehopf
Schäpperrod =Motorrad
Schelf'n =Obstschale
Schmotzerla, Schmetzerla=Kuß
Schnärpf'l =spitzes Ende am Schwartenmagen
Schniedla =Schnittlauch
Scholl =Schule
Schoschla, Schoß =Schorsch
Schid Stroh =Bund Stroh
Schta =Stein
Schtudentennägeli =Buschnelken
Schtubet =Bündel Föhrenreisig
trätz'n =necken
Tout =Pate
Touti =Patin
Uffäkläiß =Backwerk, aus mehreren Teilen bestehend
Uffämou =Backwerk
Watsch'n =Ohrfeige
Wast'l =Sebastian
wiez'ln =wälzen
wöist =garstig
Woscht =Wurst
Zwieduärn =Zwiespitz der Maurer

In der Bauernbaber sei Tuti hat mers gem.

Mir bod'n si!

Roßtaler Kirchweihlieder

  1. Mei Vatä is a Bauer, hat Erdäpfl baut;
    drum bin i a gwachs'n wie's Erdäpfelkraut.
  2. Und lusti macht dursti, machtn Geldbeutel leer;
    drum möcht i, daß mei Geldbeut'l wi a Kälberkuh wär'.
  3. Man i allweil, man i allweil, i krieg an Kaffee;
    sich i allweil, sich i allweil es leer Häfela dosteh.
  4. Do doma af der Bruck, do ziehlt a Bou sei Kärwageld;
    mit der Achs'l hat er zuckt; drei Kreizer ham a gfehlt.
  5. Heut is unnera, heut is unnera, heut is unnera Kärwa;
    wenn mer a ka Geld net ham, mach mer doch an Lärma.
  6. Af die Kärwa mou mer gehi;
    kreigt mer mix, nau schmeckts doch schöi.
  7. Af die Kärwa mou mer steing,
    kreigt mer nix, doch härt mer geing.
  8. Heint is die Kärwa, heint is a Lem, a Lem;
    Hats a scho langa Zeit, kanna mehr gem.
  9. O Roschtl, du bist grouß; und wenn a mol a Kärwa is,
    nou is der Kuckuck lous, a Roschtl, du bist grouß.
  10. Drei Tog is Kärwa, geng mer nit ham, nit ham.
    Drei Tog is Kärwa, geng mer nit ham.
  11. Af die Kärwa frei i mi, da tanz i mit der Bäueri.
    Die hat an routn Scherzer o, do häng er mi schei tro.
  12. Am Sunta is Kärwa, is nemmer lang drauf,
    dou nem i mei silberia Puttelhaubn auf,
    mei apfelgrün Fleek und mein Papperlesrock;
    nou mouß i dou stehi wie a Nägelesstock.
  13. 2 Paar zriss'na Strümpf und 3 derzu sind 5.
    Hat mir mei Votä a kart'n kafft, und dös senn lauter Trümpf. (Tanz.)
  14. Lang i nei in d'Westertasch'n, bing i nu an Taler raus;
    Musikanten spielt ner auf, der geht heit nu halbi drauf.
  15. Musikanten spielt ner wacker, spielt mit eure schlauen Köpf;
    wenn mer nou ka Geld mer ham, kröigt ihr alta Hus'nknöpf.
  16. Wou senn die Musikanten, weil mers gar nimmer härt;
    die san in der Küch'n und spiel'n aufn Herd.
    (Anspielung auf die lange Eßpause.)
  17. Kaffeela du bist söiß, wenn i mei Strümpf und Schouh verlier,
    Nou bleimer doch mei Föiß, Kaffeela du bist söiß.