Klostergarten im Museumshof

Andorn – Marrubium

Als Tee gegen Husten und andere Erkrankungen der Atemwege. Bei Magen- und Darmbeschwerden und zur Stärkung des Immunsystems. Hilft äußerlich eingesetzt gegen Geschwüre und Wunden, welche nicht heilen wollen. Soll ich die schätzenswerte Gattung des Andorn erwähnen, der im Garten daneben steht und mächtige Kräfte besitzt? Freilich brennt er gewaltig im Mund und schmeckt weitaus schlechter, als er riecht. Denn er duftet zwar süß, doch schmeckt er nicht süß, lindert aber quälende Beklemmung der Brust, wenn man ihn als bitteren Trank einnimmt; besonders hilft er, wenn man ihn heiß vom Feuer trinkt und sich zwingt, mehrere Becher davon nach dem Mahl zu nehmen. Und wenn einmal feindselige Stiefmütter Gifte zusammensuchen und sie dir ins Getränk mischen, wenn sie schädlichen Eisenhut in trügerische Speisen geben, so unterdrückt ein sogleich genommener Trank des heilsamen Andorns die drohende Lebensgefahr.
Walahfrid Strabo, 10 Andorn