Klostergarten im Museumshof

Odermennig – Agrimonia

Wegen seiner zusammenziehenden und keimhemmenden Wirkung wird er gegen leichte Durchfallerkrankungen und Entzündungen im Mund und Rachenraum eingesetzt. Als Tee hat er eine wohltuende Wirkung auf die Stimmbänder. Deshalb wird der Odermennig auch gerne "Sängerkraut" genannt. Äußerlich angewendet, werden leichte, oberflächliche Entzündungen der Haut behandelt. Hier erkennt man auch leicht den Odermennig in schönen Reihen, der überall in Fülle die Fluren bekleidet und auch im Schatten der Wälder, wo sonst nichts gedeiht, sich findet und wächst. Er wird für seine zahlreichen Kräfte vielfach gerühmt, und zudem bezwingt er, zerrieben und getrunken, die schrecklichen Schmerzen des Magens. Hat einmal feindliches Eisen unsere Glieder verletzt, rät man uns, seine Heilkraft zu erproben und auf die klaffende Wunde seine gestoßenen Triebe zu legen, um bald durch dieses Mittel ärztlicher Kunst wieder Kraft zu erlangen, besonders, wenn man auf den Umschlag noch beißenden Essig träufelt.
Walahfrid Strabo, 22 Odermennig