Klostergarten im Museumshof

Schlafmohn – Papaver

Aus dem Saft der Mohnkapseln wird Morphin hergestellt. Es wirkt reduzierend bei starken chronischen Schmerzen und bei Tumoren. Die ölhaltigen, angenehm duftenden Samen werden bei uns als Lebensmittel vor allem für Süßspeisen und Gebäck verwendet. Gern erwähne ich hier im leichten Gedicht auch den Schlafmohn der Ceres, den – wie man erzählt – die Mutter Latona voll Trauer über den Raub ihrer Tochter in Fülle aß, damit erwünschtes Vergessen ihr Herz von maßlosem Kummer befreie. Mit Hilfe des Mohns wird auch oft, wie es scheint, ein schlimmes Geschwür unterdrückt, das tief aus der Brust furchtbar bitteres Aufstoßen bis zur Pforte des Mundes würgend hochsteigen lässt. Der Mohnkopf, gefüllt mit Samenkörnern, pflegt sich auf vorgeneigtem, schwachem Hals zur Höhe zu heben; auch birgt er, ganz wie der Granatapfel, der nach Punischem Lande benannt ist, zahlreiche Körner von preislicher Wirkung in der weiten Hülle der Schale. Ihren lautmalenden Namen erhielt die Pflanze vom Geräusch beim Mampfen.
Walahfrid Strabo, 16 Schlafmohn