Klostergarten im Museumshof

Schwertlilie – Gladiola

Die aromatische Wurzel wird als „Veilchenwurzelöl“ in der Parfüm- und Likörherstellung verwendet. Sie wurde therapeutisch auch als leichtes Schmerzmittel eingesetzt. Aus diesem Grunde wurde sie früher als „Veilchenwurzel“ zahnenden Kindern zum Kauen gegeben, was heute aus hygienischen Gründen aber nicht mehr üblich ist. Auch dich, Schwertlilie [Gladiole], will ich nicht übergehen, der die frei schaffende Kunst der lateinischen Sprache ihren Namen vom Wort für Schwert [gladius] bildete. Du lässt mir die Pracht deiner purpurnen Blüte sprießen und übernimmst im Frühsommer die erfreuliche Aufgabe des dunklen Veilchens oder gleichst auch der Hyazinthe, die unten am hohen Altar Apolls statt des toten, bartlosen Jünglings als neue Blume aufging und oben an der Blüte sein Namenszeichen trägt. Getrocknete Stückchen deiner Wurzel zerreiben wir, lösen sie in Wem auf und beheben allein durch dieses Mittel der Heilkunst den stechenden Schmerz in der Blase. Durch deine zuverlässige Wirkung macht der Walker glänzend weiße Leinengewebe steif und lässt sie deinen süßen Duft annehmen.
Walahfrid Strabo, 12 Schwertlilie