Sonderausstellung »Alles aus Email«

1990

Sonderausstellung 1990 »Alles aus Email«
Sonderausstellung 1990 »Alles aus Email«
Sonderausstellung 1990 »Alles aus Email«
Sonderausstellung 1990 »Alles aus Email«
Sonderausstellung 1990 »Alles aus Email«

Bemerkenswerte Ausstellung im Heimatmuseum zur Roßtaler Kirchweih

Auch Schmuck aus Email

Nicht nur für Küchengeschirr verwendet – Reklametafeln wieder Sammelobjekte

ROSSTAL (sch) - Heimatgeschichte hat auch zur Roßtaler Kirchweih einen hohen Stellenwert: In der heimatkundlichen Sammlung im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude in der Schulstraße kann sich der interessierte Besucher die Sonderschau »Alles aus Email« vor Augen führen.

Mit Unterstützung zahlreicher freiwilliger Mithelfer haben Elisabeth und Herbert Knoll sämtliche Räumlichkeiten mit Geschenken und Leihgaben bestückt, die das Herz so manchen Liebhabers höher schlagen lassen.

Herbert Knoll, der jetzt schon mit den vielen Unikaten der Schau bekannt machte, gab zum Email auch einen kurzen geschichtlichen Abriß. Schon den alten Ägyptern waren Emailarbeiten bekannt, die sich im 6. Jahrhundert nach Christi in Byzanz sowie um die Jahrtausendwende in Frankreich verbreiteten. Sie fanden hauptsächlich für Schmuckgegenstände religiöser, aber auch weltlicher Art vielfache Verwendung. Um 1785 schließlich wurde Email für die Herstellung von Haushaltsgegenständen entdeckt, dann fast wieder vergessen, ehe ab 1890 eine Renaissance durch eine Amberger Firma folgte.

Für Gäste, die die Ausstellung am Kirchweihsonntag, 12. August, zwischen zehn und 18 Uhr besuchen, eröffnet sich die faszinierende Wunderwelt emaillierter Hausratsgegenstände zweier Jahrhunderte aus Küche und Hof sowie weiterer antiquierter Emailarbeiten. Schon am Eingang des Museums sind eine Vielfalt von Marken-, Firmen- und Werbetafeln früherer Zeiten aufgehängt. So manches Stück scheint noch bis vor kurzem im täglichen Gebrauch gewesen zu sein.

Was im Haushalt wichtig war (Gugelhupfformen, Pfannen, Kannen, Wassereimer, Tee- und Wasserkessel, Gießkannen und Küchenwaagen), stand auch den Kindern als Ausstattung für die Puppenküche zu. Auch der Essensträger (als „Henkelmann“ fast unsterblich geworden) hat seinen Stammplatz in der rustikalen Museumsküche.

Ein ausgedienter Handwaschbehälter, wohl das Relikt einer Amtsstube zu Beginn dieses Jahrhunderts, sowie ein despektierliches Nachtgeschirr – einstmals verschämt unter das Bett geschoben –, verdeutlicht so recht die Vielseitigkeit der Email-Produkte, die vielleicht zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind und wie schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts auf eine Renaissance warten…

Mit welcher Liebe und Sorgfalt das Ehepaar Knoll seiner ehrenamtlichen Tätigkeit nachgeht, dokumentierte bereits die Patendank-Ausstellung – die größte geschlossene Fachschau in Franken – oder der traditionelle Ostereiermarkt, über den bundesweit berichtet wurde. Ein Besuch im Heimatmuseum wird sich also lohnen.

Quelle: Fürther Nachrichten, 10.08.1990, S. 10/FL