Sonderausstellung »Flechtwerk aus Naturmaterialien«

Das Flechthandwerk

Das Flechthandwerk ist eine der ältesten handwerklichen Techniken der Menschheit, auch, weil dazu Hilfsmittel wie Feuer oder Werkzeuge nicht unbedingt benötigt wurden. Das Material war vielfältig und überall vorhanden, um daraus grobe Körbe herzustellen.

Für die urgeschichtliche Flechterei gibt es nur wenige Belege; die damals gefertigten Flechtarbeiten sind – bis auf wenige Ausnahmen – längst verrottet. Die wenigen bildlichen Darstellungen von Körben gehen bis auf das 5. Jahrhundert v. Chr. zurück.

In der langen Geschichte der Flechterei hat es neben Transportkörben und Flechtmöbeln weitere Anwendungen für Geflecht gegeben, die heute kaum noch bekannt sind.

Früher spielte Flechtwerk in der Architektur eine wichtige Rolle. Ein Geflecht aus Ästen wurde bis ins 19. Jahrhundert in die Gefache von Fachwerkbauten eingespannt und mit einem Gemisch aus Lehm und zerkleinertem Stroh verschmiert.

Bis in die jüngere Vergangenheit haben in vielen Ortschaften Menschen das Flechten – oft auch als zusätzliche Verdienstmöglichkeit – ausgeübt. In Süddeutschland hat sich Lichtenfels bis heute als Flechtzentrum gehalten.

Bis heute werden zum Flechten hauptsächlich Weiden, Binsen und Stroh aber auch Holz, Bast, Peddigrohr, Mais- und Palmblätter verwendet.