Sonderausstellung »Eisenbahn in Roßtal«

Karte »Eisenbahnbauprojekt Roßtal«

Erläuterung zur Karte »Eisenbahnbauprojekt Roßtal«

Die Karte zeigt die 1875/76 projektierte und hergestellte Eisenbahnlinie im Ortsbereich Roßtal. Für die Entfernungsangabe wurde auf dem Plan die Maßeinheit Hektometer (= Abschnitte von 100 Meter Länge) verwendet.

Heute ist die Angabe in Kilometer und Zehntel davon üblich. Die auf dem Plan verzeichneten Hektometer (hm) 148 bis 166 entsprechen den Bahnkilometern 14,8 bis 16,6 der Bahnstrecke Nürnberg-Crailsheim. Der Karte liegen die Meßtischblätter 1:5000 der Vermessungsämter für die Ortsgemarkungskarte zugrunde. Die Anstoßkanten der Meßtischblätter LX, LXI 21 und 22 sind in der Karte als schrägliegende durchlaufende Linien zu erkennen. Zur besseren Objekterfassung wurde die allgemeine Nordrichtung des Kartenausschnittes nach Osten geneigt.

Die südlich am alten Kern von Roßtal vorbeiführende Bahntrasse weist 5 teilweise über 10 Meter hohe Dämme (Sieben-Quellen-Tal bei hm 151, Winkeltal bei hm 156, Holzgrabental bei hm 159, Matzenbergtal bei hm 163, Langen Wasental bei hm 165) sowie zwei Einschnitte (Hunnenberg hm 152 bis 155 und Matzenberg hm 160 bis 162) auf. Als einzige Brücke tritt auf dem Plan die Winkelbrücke in Erscheinung. Die übrigen Zufahrten zum Ort bestanden seinerzeit aus schienengleichen Überfahrten, die erst später durch Brücken ersetzt worden sind.

Zum Wegenetz in Verbindung mit der Bahnlinie ist folgendes zu bemerken:

  1. Im Osten des Ortes wurde, genau einen Kilometer vom Ortszentrum entfernt, der Bahnhof errichtet. In die neu geschaffene Bahnhofstraße wurde die alte Weitersdorfer Straße, die früher durch den Baumgarten führte, mit eingebunden. Die Spuren der am Hanganstieg im Gemeindewald gelegenen Hohlwege der Altstraße sind im Gelände noch erkennbar.
  2. Die Sichersdorfer Straße, die bei hm 152 den Bahnkörper kreuzt, zweigte früher erst nach dem Sieben-Quellen-Gelände vom Galgengraben aus in östlicher Richtung ab. Beim Bahnbau wurde die Straße nun auf den hohen Damm vor den Sieben Quellen verlegt. Die Überfahrt Nr. 1 befand sich früher auf Gleishöhe.
  3. Die alte Zufahrtsstraße von der Spitz auf dem Berg direkt zum Winkelgraben wurde nun durch die Bahnlinie abgeriegelt Der Anfang dieses Weges war die Büttnersgasse, deren Fortsetzung jenseits der Bahn die heutige Bergstraße bildete.
  4. Die alte Zufahrtsstraße vom Hagen her war anfangs wegen der tieferen Schienenlage ebenfalls abgeblockt gewesen. Es wurde etwas westlich davon die schienengleiche Überfahrt Nr. 2 in Verbindung mit dem Holzgrabenweg hergestellt. Diese Überfahrt wurde beim Bau der Wegbrücke aufgelöst. Später befand sich dort das Gebäude für den Bahnhof Wegbrücke, das inzwischen weiter östlich verlegt wurde.
  5. Die auf der Westseite des Matzenberges vorgesehene Überfahrt Nr. 2a bei hm 162 existiert heute nicht mehr.
  6. Am Clarsbacher Weg (hm 164) wurde die schienengleiche Überfahrt Nr. 3, deren nördliche Zufahrt noch sichtbar ist, errichtet.

Quelle: Kreutzer, Hans; Düthorn, Robert: ROSSTAL Vergangenheit und Gegenwart S. 32/33